Ende der internationalen Überwachung

Kosovo erhält im September volle Souveränität

Wien (AFP) - Gut viereinhalb Jahre nach seiner Unabhängigkeit soll das Kosovo im September seine "volle Souveränität" erlangen. Das entschied der internationale Lenkungsrat, wie der österreichische Außenminister Michael Spindelegger mitteilte. Demnach beschloss das Gremium, das die Unabhängigkeit des Kosovo unterstützt, mit sofortiger Wirkung das Ende der internationalen Überwachung der früheren serbischen Provinz.
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Kosovo erhält volle Souveränität © AFP

Zum internationalen Lenkungsrat gehören 25 Staaten, darunter Deutschland und die meisten anderen EU-Staaten sowie die USA und die Türkei. Das Konzept der "überwachten Unabhängigkeit" stammt vom früheren finnischen UN-Sondergesandten für das Kosovo, Martti Ahtisaari. An dem Treffen des Gremiums in Wien nahm auch der kosovarische Regierungschef Hashim Thaci teil. Dem Kosovo die volle Souveränität zu geben, war bereits seit Januar im Gespräch.

Zum September soll auch das Internationale Zivilbüro unter Leitung des Niederländers Pieter Feith, das das Kosovo bei der europäischen Integration unterstützt, geschlossen werden. Die Entscheidung ändert dagegen nichts an der Präsenz der Polizei- und Justizmission EULEX der Europäischen Mission, deren Mandat erst vor zwei Wochen bis 2014 verlängert wurde. Auch die NATO-geführte Schutztruppe KFOR bleibt weiter im Kosovo stationiert.

Das Kosovo war nach dem Ende der NATO-Luftangriffe im Jahr 1999 unter internationale Verwaltung gestellt worden. Im Februar 2008 erklärte sich die frühere serbische Provinz für unabhängig, was zwar von inzwischen 86 Staaten anerkannt wurde, nicht jedoch von Serbien, Russland und China. Auch die serbische Minderheit im mehrheitlich von ethnischen Albanern bewohnten Kosovo erkennt die Souveränität des Landes nicht an.

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