BGZ lud Bürger zu Infoabend ein

Kritische Fragen zu Atommüll-Logistiklager

Von Barbara Siebrecht
Beverungen – Die Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ), die ein Logistiklager zur Anlieferung von Einheiten mit schwach und mittelradioaktivem Müll für das Endlager Schacht Konrad in Salzgitterin Würgassen plant, informierte die Öffentlichkeit in der Stadthalle in Beverungen.

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Die BGZ-Vertreter Christian Möbius, Dr. Ewold Seeba und Dr. Heinz-Walter Drotleff lauschten den Kritikpunkten des Bürgermeisters Hubertus Grimm.

© Foto: Siebrecht

Unter Corona-Bedingungen konnten sich für diesen Nachholtermin, der ursprünglich für den 18. März 2020 angesetzten Veranstaltung nur etwa 150 Zuhörer anmelden. Gegen den Vorwurf der mangelnden Transparenz der Planung verwahrte sich der Vorsitzende der Geschäftsführung Dr. Ewold Seeba und erläuterte, man sei noch in einem frühen Stadium der Planungen und eine Beteiligung der Öffentlichkeit erst zum Genehmigungsverfahren gesetzlich vorgesehen, das im Sommer 2022 eingeleitet werden soll. Auch der Bereichsleiter des Logistikzentrums Dr. Heinz-Walter Drotleff und der Rechtsanwalt und Generalbevollmächtigte Christian Möbius stellten sich den Fragen der Bürger und der Presse (in der vorgeschalteten Pressekonferenz). Die Vertreter der BGZ verwiesen darauf, Ergebnisse der Untersuchungen, wie das kürzlich abgeschlossenen Bodengutachten auf der Internetseite www.logistikzentrum-konrad.de/wissen veröffentlicht würden. Das Bodengutachten hat ergeben, dass die Logistikhalle auf Pfählen zu gründen sein wird und damit die Baukosten erhöht werden.
Zu Anfang der Informationsveranstaltung nutzte Bürgermeister Hubertus Grimm die Gelegenheit, seine Kritik am Planungsprozess darzustellen, bemängelte, dass die Bürgerinitiative nicht eingeladen sei und dankte allen Demonstranten, die zeitgleich ihre Forderungen im Außenbereich kundtaten und kritisierte unter anderem, dass die Planungshoheit der Stadt Beverungen verletzt würde. „Das geht so nicht“ (…) Das widerspricht meinem Demokratieverständnis“ stellte der Bürgermeister klar und erhielt von den anwesenden Bürgern anhaltenden Applaus.
Dr. Seeba versuchte den Konsens zum Atomausstieg und zur schnellen und sicheren Verwahrung des entstandenen Atommülls zu betonen. Er signalisierte Verständnis für die Sorgen der Bürger, lehnte aber sowohl eine Dramatisierung als auch eine Verharmlosung ab. Er kann sich kein Szenario vorstellen, bei dem eine Gefahr durch radioaktive Strahlung durch den Transport oder Bereitstellungslager für die Bevölkerung ausgeht, stellt aber auch klar, dass es sich um gefährlichen Müll handelt. Drotleff informierte unter anderem über den Entscheidungskriterien und über Funktionsweise des geplanten Lagers und Beschaffenheit der Müllbehälter.
Bürger, unter anderem Vertreter der Bürgerinitiative stellten kritische Fragen und zweifelten grundlegende Entscheidungskriterien an. Die Vertreter versuchten Bedenken auszuräumen, konnten aber Bedenken, wie die grundsätzliche Notwendigkeit eines Bereitstellungslagers oder der grundsätzlichen Eignung der Verkehrsanbindung durch Straße oder Schiene des Standortes bei den Zuhörern nicht ausräumen. Nicht wenige fühlen sich mit dem Rückbau des AKW zur grünen Wiese getäuscht und befürchten, dass auch nach der geplanten 30-jährigen Nutzungszeit des Zwischenlagers bleiben könnte.

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