Torsten Sträter mit neuem Programm

Lachen bis zur Schnappatmung

Von Peter Vössing
Beverungen – Torsten Sträter gehört zu den angesagtesten Komikern und Kabarettisten der Republik. Kaum ein Tag vergeht, an dem er nicht zumindest als TV-Gast mit seinen herrlichen satirischen Kurzgeschichten glänzt.

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Einglänzend aufgelegter Torsten Sträter begeisterte sein Publikum.

© Foto: Vössing

Jetzt war er mit seinem neuen Programm „Schnee, der auf Ceran fällt“ zu Gast vor ausverkauftem Haus in der Beverunger Stadthalle. „Was will uns dieser Titel sagen?“, war die erste Frage, die er dem Publikum stellte. Man fragte sich: Gibt es Ähnlichkeiten zum bekannten Buch „Schnee, der auf Zedern fällt“ von David Guterson, das 1999 von Scott Hicks mit Ethan Hawke verfilmt wurde? Am Ende gab es eine Auflösung zu dieser Frage, die hier aber nicht verraten wird, da sich ja auch noch andere Besucher auf das neue Programm freuen möchten. Eines sei verraten: Torsten Sträter wurde sehr persönlich.
In der Talkshow „Kölner Treff“ wurde Torsten Sträter mit seiner unvergleichlichen sonoren Stimme zuletzt als Gunther Emmerlich des deutschen Kabaretts tituliert.
Das Programm Sträters wirkte wie eine angenehme Plauderei mit dem Publikum, bei der er viele Episoden seines Lebens zum Besten gab. Er schweifte immer wieder aus und erzählte von seinen Erlebnissen im Sommer, seinem Auftritt beim Hardrock-Festival in Wacken, den Besuch New Yorks mit seinem Sohn oder gar seinem Auftritt bei der Depressionsliga, deren Schirmherr er mit Harald Schmidt ist. Er geht sehr unbefangen mit seiner Depressionserkrankung in den 90iger Jahren um und ist glücklich, diese Erkrankung abgelegt zu haben. Sträter erzählte selbstironisch darüber: „Dann habe ich vom Arzt Tabletten gekriegt, die mir ziemlich gut geholfen haben. Nach vier Tagen ging es mir blendend. Ich habe von den Tabletten aber so die Scheißerei gekriegt, dass ich trotzdem das Haus nicht verlassen konnte. Ich war der lustigste Mann auf dem Pott. Ich habe in die Hände geklatscht und Lieder gesungen“.
Im Mittelpunkt seines neuen Bühnenprogramms steht eindeutig der 16-jährige Sohn, der sich so langsam von seinem Vater abnabelt. Obwohl sein Sohn ihm nahegelegt hatte „Ich will nicht mehr ins Programm“, drehte sich fast alles um die Vater-Sohn-Beziehung.
Der Beanie-Träger aus Waltrop ist vor allem durch das Vorlesen eigener Geschichten bekannt geworden. Aber sein Ipad kam an diesem Abend selten zum Einsatz, wie bei der Geschichte über seine Mehrfachversicherungen oder am Ende sein Besuch in Hannover.
Köstlich waren seine Streifzüge zu Lichters Show „Bares für Rares“ oder gar seine Begegnung mit Campino (Tote Hosen) im ICE.
Der gelernte Herrenschneider, der sein Geld auch schon durch das Austragen von Prospekten verdient hat, ist auf dem Boden geblieben. Als die Zuschauerin Constanze Willimczik aus Lemgo dem verschnupften Sträter eine Packung Papiertaschentücher zuwarf, kam er mit ihr ins Gespräch über ihre Entlohnung als Sozialarbeiterin im „Anerkennungsjahr“. „Sie haben schon jetzt meine volle Anerkennung und bekommen von mir das Eintrittsgeld zurück“, erklärte dieser warmherzig. Sträter hielt sein Versprechen. In der Pause gab es das Geld zurück und obendrauf noch sein neustes Buch mit persönlicher Widmung.
Für viele Comedians und Kabarettisten sind die Pressevertreter immer wieder gern gesehene Opfer, über die man Späße macht. Da bildet Sträter keine Ausnahme und fragt des Öfteren verschmitzt nach, wie wohl seine Gedankensprünge, die von Hölzchen auf Stöckchen gleiten, in einen Text gefasst werden können? Am Ende zeigte er sich allerdings versöhnlich. „Ich gebe es ja zu, morgen google ich wieder, was ihr so geschrieben habt. Letztendlich brauchen wir euch ja.“
Seine Show endete mit der Auflösung der Bedeutung des Schneefalls auf das besagte Ceranfeld. Nach stürmischem Applaus, kehrte der Ruhrpott-Poet seinem Publikum noch lange nicht den Rücken und erfüllte brav Autogramm- und Selfie-Wünsche.

 

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