Linkspartei streitet wieder heftig um künftige Führung

Lafontaine will bei NRW-Schlappe Parteichef werden

Berlin (AFP) - Kurz vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen ist der Führungsstreit bei den Linken erneut entbrannt: Der frühere Parteichef Oskar Lafontaine will nach Angaben der "Bild"-Zeitung im Fall einer Niederlage in NRW bereits am Montag dem Parteivorstand sein bundespolitisches Comeback anbieten. "Nur Oskar kann die Linke wieder in den Bundestag bringen", sagte ein Parteimitglied der Zeitung.
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Lafontaine könnte wieder Linken-Chef werden © AFP

Zugleich kritisierte die NRW-Spitzenkandidatin der Linken, Katharina Schwabedissen, eine mögliche Rückkehr Lafontaines an die Parteispitze. "Ich würde gerne zwei junge Leute an der Parteispitze sehen", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung". "Und ich hätte gerne einen Gesamtvorstand, der gut miteinander arbeitet." Der Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich, ein Vertreter des Reformflügels, sagte mit Blick auf die internen Streitereien und die schlechten Umfragewerte: "Die Lösung in dieser verfahrenen Lage wäre, dass Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht zusammen kandidieren."

Die Linke hatte bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag nur 2,2 Prozent erreicht, Umfragen zufolge droht ihr auch in Nordrhein-Westfalen ein Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde. Fraktionsvize Bartsch hat seine Kandidatur bereits angekündigt und erhält dafür Zustimmung aus den ostdeutschen Landesverbänden. Die stellvertretende Parteivorsitzende Wagenknecht lehnt eine Kandidatur für den Vorsitz bislang ab.

Gewählt wird der neue Vorstand auf dem Göttinger Parteitag Anfang Juni. Die bisherige Linken-Chefin Gesine Lötzsch war im April wegen der Erkrankung ihres Mannes zurückgetreten, der amtierende Ko-Vorsitzende Klaus Ernst hat sich noch nicht zu einer möglichen erneuten Kandidatur geäußert.

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