Früherer UN-Flüchtlingskommissar starb im Alter von 78 Jahren

Langjähriger niederländischer Regierungschef Ruud Lubbers ist tot

Den Haag (AFP) - Der langjährige Regierungschef der Niederlande und ehemalige Leiter des UN-Flüchtlingshilfswerks, Ruud Lubbers, ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 78 Jahren im Beisein seiner Frau und Kinder in seiner Heimatstadt Rotterdam, wie die niederländische Regierung mitteilte. Einem Medienbericht zufolge war Lubbers bereits länger erkrankt.
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Ruud Lubbers © AFP

1982 wurde der Christdemokrat Lubbers mit nur 43 Jahren einer der jüngsten Regierungschefs der niederländischen Geschichte. Während der Rekordzeit von zwölf Jahren blieb er im Amt. Während seiner Regierungszeit brachte der Pragmatiker das Land auf Wachstumskurs. Außerdem wirkte er bei der Reform der EU mit: Lubbers gilt er als einer der wichtigsten Architekten des Vertrags von Maastricht aus dem Jahr 1991. Umstritten war hingegen seine Nachrüstungspolitik in den 1980er Jahren.

Der niederländische Regierungschef Mark Rutte bezeichnete Lubbers als "intelligent und klug". Das Land habe einen "Staatsmann von sehr großem Format" verloren, sagte Rutte der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Der Verstorbene sei ein "überzeugter Europäer und ein Weltbürger" gewesen.

Lubbers war als Sohn eines wohlhabenden Industriellen aufgewachsen. Er studierte Wirtschaft und stieg anschließend in das Familienunternehmen ein. 1967 wurde er Vorsitzender des niederländischen Verbands christlicher Arbeitgeber. Sechs Jahre später wurde er Wirtschaftsminister seines Landes - mit 34 Jahren.

Während seiner Karriere musste Lubbers allerdings auch Niederlagen hinnehmen 1994 scheiterte er bei dem Versuch, Chef der EU-Kommission zu werden; ein Jahr später blieb ihm das Amt des Nato-Generalsekretärs verwehrt. Stattdessen wurde er Leiter des UN-Flüchtlingshilfswerks. 2005 musste er von dieser Funktion nach Vorwürfen wegen sexueller Belästigung zurücktreten. Lubbers wies die Vorwürfe zurück.

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