2. Tag der Pflegeberufe

Laumann stärkt Pflegekräften den Rücken

Brakel (ozv) - „Pflege geht uns alle an“, betonte Landrat Friedhelm Spieker beim 2. Tag der Pflegeberufe im Kreis Höxter den gesellschaftlichen Stellenwert des Themas. Vor den rund 200 Teilnehmern sprach sich NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann für eine Interessenvertretung der Pflege aus.

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Warben für eine höhere Wertschätzung und Anerkennung der Pflegenden: (v. l.) Ute Pägel (Leiterin der Krankenpflegeschule Brakel), Professorin Angelika Zegeling (Pflegewissenschaftlerin), Landrat Friedhelm Spieker, NRW-Minister Karl-Josef Laumann und Brakels Bürgermeister Hermann Temme sowie (vorn von links) Andreas Fuhrmann (Netzwerk Pflege), Dennis Tenge (Netzwerk Pflege), Fachbereichsleiter Gerhard Handermann (Kreis Höxter), Simon Kruse (Netzwerk Pflege), Bundestagsabgeordnete Petra Rode-Bosse und Jürgen Kleinschmidt (Katholische Hospitalvereinigung Weser-Egge).

© Foto: Kreis Höxter

Zu der Veranstaltung hatte der Kreis Höxter gemeinsam mit dem Netzwerk Pflege im Kreis Höxter in das Berufskolleg Kreis Höxter in Brakel eingeladen. Mit Vorträgen hochkarätiger Referenten, einer spannenden Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik und Pflege, Workshops zur Weiterbildung und unterhaltsamen Einlagen des Poetry-Slammers Lars Ruppel bot der 2. Tag der Pflegeberufe ein exzellentes Programm, das sich an Pflegekräfte aller Professionen richtete.
„Der demografische Wandel belastet die Pflege gleich doppelt“, verdeutlichte Landrat Spieker den dringenden Handlungsbedarf, um die Pflege auch zukünftig zu sichern. Denn zum einen werde es mehr ältere Menschen geben, die Hilfe benötigten. Zum anderen stünden - besonders in ländlichen Regionen - weniger junge Menschen als Fachkräftenachwuchs zur Verfügung. „Schon heute gibt es viel zu wenige Auszubildende im Pflegesektor“, so Spieker.
„Die Pflegeberufe müssen attraktiver werden“, erklärte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Für die Pflege forderte er deutlich bessere Rahmenbedingungen. „Dafür brauchen wir eine starke Interessenvertretung der Pflege“, appellierte er an die Anwesenden, sich organisatorisch zusammenzuschließen. Bis jetzt seien Pflegekräfte in den Gremien, die Vorgaben für die Pflege festlegten, überhaupt nicht vertreten. „Das muss sich ändern“, sagte Laumann. Der Minister kündigte an, hierzu eine landesweite Befragung zu veranlassen. Zugleich forderte er auch mehr Handlungsspielraum für die Pflegekräfte, die oft am besten wüssten, was die Menschen brauchen, die von ihnen gepflegt werden.
Gemeinsam mit Landrat Friedhelm Spieker, der Pflegeexpertin Prof. Dr. Angelika Zegelin und dem Vorsitzenden des Netzwerks Pflege im Kreis Höxter, Andreas Fuhrmann, forderte der Minister eine höhere Anerkennung der Pflegeberufe.
Der Vorsitzende des Netzwerks Pflege, Andreas Fuhrmann, machte deutlich: „Uns ist es wichtig, Pflegekräfte zu ermutigen, sich für ihre Belange zu engagieren und einzubringen, um die Zukunft der Pflegeberufe aktiv mitzugestalten.“ In den Arbeitsgruppen des Netzwerks engagierten sich bereits viele Akteure aus dem Pflegebereich. „Nur so ist es uns möglich, trägerübergreifend und - aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln der einzelnen Pflegesektoren - an einer positiven Weiterentwicklung der Pflegeberufe mitzuwirken“, rief Fuhrmann dazu auf, sich im Netzwerk zu engagieren.
„Pflege ist ein großartiger und vielseitiger Beruf“, hob die Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Angelika Zegelin hervor. Pflege sei ein großes Privileg. Pflegekräfte leisteten nicht nur qualifizierte Arbeit. „Sie bedeuten für die Menschen, die sie pflegen und deren Aktionsradius sehr eng geworden ist, auch eine Verbindung zur Welt“, sagte Zegelin. Die Pflege habe einen sehr hohen gesellschaftlichen Wert und verdiene deshalb sehr viel mehr Anerkennung. Die Unterbewertung der Pflegeberufe führte die Professorin vor allem auf die Bescheidenheit der Pflegekräfte zurück. Sie rief die Anwesenden dazu auf, selbstbewusster aufzutreten und über ihre außerordentlich qualifizierte Tätigkeit ausführlich zu informieren. Die meisten Menschen wüssten nicht, was Pflegende tagtäglich leisteten und welche vielseitigen Kenntnisse und Kompetenzen der Beruf erforderte.
In fünf Workshops befassten sich die Teilnehmenden des 2. Tags der Pflegeberufe mit aktuellen Themen aus der Pflegepraxis. Für Auflockerung sorgte der Poetry Slammer Lars Ruppel, der mit tiefgründigen und humorvollen Texten auf das Thema Pflege einging. „Sag nicht Pflege, sag nicht Arbeit, sprich von Liebe, die man bringt“ – mit diesen Worten beendete er seinen Poetry Slam, der mit großem Applaus honoriert wurde.

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