Proteste gegen Arbeit der Ermittler dauern an

Mexikanische Studenten seit nun einem Monat vermisst

Ayotzinapa (AFP) - Einen Monat nach ihrem Verschwinden ist das Schicksal der 43 in Mexiko vermissten Studenten weiter ungeklärt. In dem Fall, der die Verfilzungen zwischen korrupten Polizisten und Politikern mit der organisierten Kriminalität offenlegt, sind nach wie vor viele Fragen offen.
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Die Studenten werden seit einem Monat vermisst © AFP

So wurden aus mehreren Massengräbern inzwischen dutzende Leichen geborgen, Hinweise auf die Lehramtsstudenten fanden sich aber bislang nicht. Zuletzt erklärte die Staatsanwaltschaft, acht weitere Leichen gefunden zu haben, die nun untersucht würden.

Die Studenten waren am 26. September bei der Rückkehr von einer Spendensammelaktion von Polizisten und Mitgliedern der Drogenbande Guerreros Unidos angegriffen worden. Sechs Menschen wurden durch Schüsse getötet. Anschließend wurden die Studenten offenbar dem Drogenkartell übergeben, das enge Kontakte mit der Polizei unterhalten soll.

Es besteht unter anderem der Verdacht, dass Mitglieder der Drogenbande die Studenten im Auftrag der Ehefrau des Bürgermeisters von Iguala ermordeten, um eine Protestaktion der Studenten am folgenden Tag zu verhindern. Der Bürgermeister und seine Frau sind flüchtig.

Im Zuge der Ermittlungen wurden bislang 52 Polizisten, andere Beamte und Drogenhändler festgenommen. Der Gouverneur des Bundesstaates Guerrero, Ángel Aguirre, trat zurück. Ihm war vorgeworfen worden, die Aufklärung des Falles nicht energisch genug vorangetrieben zu haben.

Das Verschwinden der Hochschüler rief landesweit Empörung hervor. An der Universität der vermissten Studenten machten Familienangehörige und Freunde ihrem Ärger über die Ermittlungsarbeit der Staatsanwaltschaft Luft. In Chilpancingo, der Hauptstadt von Guerrero, stürmten mit Stöcken, Rohren und Steinen bewaffnete Demonstranten die Büros der staatlichen Bildungsverwaltung. Sie zerstörten Fensterscheiben und zündeten Möbelstücke und Akten an. Verletzt wurde niemand.

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