Die Opfer seien in der Nacht von dem Feuer überrascht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Ermittlungskreise. Das Feuer brach demnach auf dem Kantschalowski-Markt am südlichen Stadtrand von Moskau aus und konnte erst nach zwei Stunden gelöscht werden. Durch den Brand wurde eine Fläche von 50 Quadratmetern zerstört.
Die Opfer schliefen den Angaben zufolge in einem Lagergebäude des auf Baumaterialien spezialisierten Marktes und hatten keinen direkten Zugang zur Straße. "Sie schliefen in schrecklicher Enge auf aufeinandergestapelten Brettern", hieß es aus den Ermittlungskreisen. Dem Zustand der Leichen nach zu urteilen, versuchten einige der Opfer zu fliehen, starben aber an Rauchvergiftungen. Um den Schlafraum zu erreichen, musste die Feuerwehr die Metallwände des Gebäudes aufschneiden.
Die Nachrichtenagentur ITAR-TASS zitierte eine den Ermittlungen nahestehende Quelle, wonach das Feuer durch ein elektrisches Heizgerät ausgelöst worden sein könnte. Die Arbeiter hätten das Gerät vermutlich die ganze Nacht über eingeschaltet gelassen, um sich in den kalten Nächten warm zu halten, in denen die Temperaturen in Moskau derzeit noch unter den Gefrierpunkt sinken können.
Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu verurteilte die Lebensbedingungen der Arbeiter und forderte eine Erklärung für die Art der Unterbringung. "Dies wird zur Tradition - Menschen, die auf Märkten leben", sagte Schoigu in einem Fernsehinterview. Der Nachrichtenagentur Interfax sagte er, der Ort sei "offensichtlich nicht dafür geeignet, um dort zu leben".
Unbestätigten Medienberichten zufolge stammten die Arbeiter aus der verarmten ehemaligen Sojwetrepublik Tadschikistan in Zentralasien. Auf vielen Moskauer Märkten und Baustellen arbeiten billige Arbeitskräfte aus armen zentralasiatischen Ländern. Oftmals werden sie weder bezahlt, noch werden ihnen angemessene Wohnungen zur Verfügung gestellt.
In Russland kommen immer wieder ausländische Arbeiter bei Bränden ums Leben. Erst im Mai 2011 waren bei einem Feuer in einem verlassenen Gebäude sieben Arbeiter getötet worden. Im Januar 2009 starben bei einem Brand auf einer Tiefgaragenbaustelle sieben Arbeiter aus Zentralasien, die auf der Baustelle lebten.
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