Weiter 15 Millionen Menschen ohne Strom

Mindestens zwölf Tote durch Hurrikan "Irma" in Florida

Islamorada (AFP) - Zerschmetterte Wohnmobile, abgedeckte Häuser, entwurzelte Bäume: Nach dem Durchzug des Hurrikans "Irma" haben die Bewohner der Inselkette Florida Keys bei ihrer Rückkehr ein Bild der Verwüstung vorgefunden. 90 Prozent der Häuser auf den Keys seien zerstört oder schwer beschädigt, teilte die US-Katastrophenschutzbehörde Fema am Dienstag mit. Nach Behördenangaben starben mindestens zwölf Menschen in Florida. Rund 15 Millionen Menschen waren weiter ohne Strom.
"Irma" war am Sonntag in Florida auf Land getroffen Bild anzeigen
"Irma" war am Sonntag in Florida auf Land getroffen © AFP

Nähere Angaben zu den einzelnen Opfern machte ein Sprecher des Katastrophenschutzes in Florida nicht. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten durch den Wirbelsturm in der Karibik und den USA auf mindestens 50.

"Im Grunde ist jedes Haus auf den Keys betroffen", sagte der Fema-Chef Brock Long. Der Wirbelsturm hatte zunächst in der Karibik gewütet und war dann am Sonntag als Hurrikan der zweitstärksten Kategorie 4 und mit Windgeschwindigkeiten von rund 210 Stundenkilometern auf die Keys getroffen. Die meisten Bewohner und Touristen hatten die beliebten Urlauberinseln zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen. Noch immer sind weite Teile der Inselkette für den Verkehr gesperrt.

In den meisten Gebieten der Keys gebe es weder Strom noch Wasser, teilten die Behörden des Bezirks Monroe mit. Auch die meisten Tankstellen seien weiter geschlossen.

In ganz Florida waren 15 Millionen Menschen ohne Strom, eine weitere Million im benachbarten Bundesstaat Georgia sowie rund 20.000 Menschen in South Carolina. Ein Zeichen der Normalisierung war die Wiedereröffnung des Freizeitparks Walt Disney World in Orlando.

Auf seinem Weg durch Florida schwächte sich der Hurrikan weiter ab. Als Tropensturm und schließlich als Tiefdruckgebiet zog "Irma" nach Georgia, Alabama und Tennessee weiter, Mittwochabend dürfte sich "Irma" nach Angaben des US-Hurrikanzentrums (NHC) gänzlich aufgelöst haben.

US-Präsident Donald Trump und seine Frau reisen am Donnerstag nach Florida. "Meine Sorge gilt weiter all denjenigen, die von den Hurrikanen betroffen sind", schrieb die First Lady im Kurzbotschaftendienst Twitter. Trump hatte nach dem verheerenden Wirbelsturm "Harvey" bereits zwei Mal die betroffenen Gebiete in Texas besucht, auch im benachbarten Bundesstaat Louisiana machte er Station.

Unterdessen besuchten auch Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und der niederländische König Willem-Alexander von "Irma" betroffene Überseegebiete ihrer Länder. Macron flog nach Guadeloupe auf die Insel Saint-Martin, wo er Verständnis für die Wut der Menschen äußerte, die "alles oder fast alles verloren haben". Opfer des Sturms werfen der Regierung vor, zu spät auf die Gefahr durch "Irma" reagiert zu haben. Macron kündigte die Entsendung von 3000 Sicherheitskräften bis Ende der Woche an, die weitere Plünderungen verhindern sollten.

Der britische Außenminister Boris Johnson besuchte die betroffenen britischen Karibik-Gebiete. Auf Barbados sagte er, fast tausend Soldaten seien im Einsatz, um für Sicherheit zu sorgen und Hilfseinsätze zu unterstützen.

Derweil sammelten Showgrößen wie Beyoncé und Stevie Wonder bei einer Spendenaktion für die Opfer der jüngsten Hurrikane in den USA rund 14,55 Millionen US-Dollar (etwa zwölf Millionen Euro). Während einer einstündigen Konzertgala in New York, Los Angeles, Nashville und San Antonio setzten sich Hollywoodstars wie George Clooney, Robert de Niro und Julianne Moore am Dienstagabend (Ortszeit) ans Telefon, um Spendenzusagen anzunehmen.

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