Corona-Krise: Übernachtungszahlen nicht erreicht

Mit dunkelblauem Auge davongekommen

Bad Karlshafen (brv) - Das hessische statistische Landesamt erfasst jährlich die Ankünfte und Übernachtungen in kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden für Übernachtungsbetriebe mit mehr als zehn Betten.

Im vergangenen Jahr erreichten deren Betreiber in Bad Karlshafen jedoch, mit etwas mehr als 105.000 Übernachtungen, nur knapp zwei Drittel der Übernachtungen, die man in 2018 und 2019 verbuchen konnte.
„Wir hatten bei den Übernachtungen einen Einbruch von rund 30 Prozent gegenüber den beiden Vorjahren und auch wenn wir im hessischen Gesamtvergleich mit einem sehr dunkelblauen Auge davongekommen sind, so stehen hinter den nackten Zahlen doch viele Existenzen“, erklärt Rainer Kowald, Geschäftsführer der Bad Karlshafen GmbH. Statistiken seien ja immer nur eine Gesamtschau und dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass es einige Betriebe sehr viel härter getroffen haben dürfte, als andere. Viele hätten die Verluste aus dem ersten Lockdown dann im Sommer sicherlich aufholen können. Was der Zweite jetzt aber angerichtet habe, sei noch nicht abzusehen. „Hinzu kommt, dass dies nur die Übernachtungen sind. Die Ausfälle in der Gastronomie, die ja auch von zahlreichen Tagestouristen lebt, sind nicht beziffert“, so Kowald weiter.
Trotzdem sei man im hessenweiten Vergleich glimpflicher davongekommen, als manch andere Region oder Stadt. In der Gesamtstatistik seien die Übernachtungen um rund 48 Prozent zurückgegangen, in den hochprädikatisierten Heilbädern und Kurorten immerhin noch um rund 36 Prozent. Diese Unterschiede ließen sich so erklären, dass hessenweit auch die Großstädte, die vorwiegend mit Tagungen ihre Übernachtungen generierten, einfließen. Dieses Geschäft sei in 2020 total weggebrochen. „Heilbäder und Kurorte haben eine oder mehrere große Kliniken. Nachdem die Hygienekonzepte standen, konnten diese weiterhin belegt werden. Im Vergleich schneiden sie also besser ab“, setzt Kowald die Zahlen ins Verhältnis.
Warum die Zahlen für Bad Karlshafen noch besser ausfielen, könne indes nur vermutet werden. Allein am Betrieb der Reha Klinik könne es jedoch nicht liegen, da die Gesamtaufenthaltsdauer nur um 0,2 Prozentpunkte, also von vier Nächten auf 4,2 Nächte, angestiegen sei. „Sicherlich kommt uns in der Krise unsere Lage an Weser- und Diemelradweg zugute, weil ja viele auf das Rad umgestiegen sind“, vermutet Kowald und weiter „, aber auch die Tatsache das vermehrt mit Camper, Wohnwagen oder Zelt gereist wird, wird zu unseren verhältnismäßig guten Zahlen beitragen.“ Für die Saison 2021 sei man in Bad Karlshafen noch zwiegespalten. Obwohl sich sicherlich wieder viele für den Urlaub in Deutschland entscheiden würden, sei es doch wichtig, dass endlich Lockerungen kämen, damit Betriebe eine Chance hätten, die Verluste zu minimieren, an Ausgleich sei nicht zu denken.

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