Große Geschichte wird sichtbar

Mönchskulptur eingeweiht

Von Barbara Siebrecht
Bad Karlshafen - Die von der Grebensteiner Künstlerin Karin Bormann-Roth geschaffene Skulptur der beiden Helmarshäuser Mönche Herimann und Rogerus ist ab sofort im Klosterhof von Helmarshausen zu bewundern.

Bild anzeigen

Zur Einweihung der Skulptur trafen sich (v. l.) Bürgermeister Marcus Dittrich, Pfarrer Daniel Fricke, Gerhard Briel und Karl May (Förderverein), Künstlerin Karin Bormann-Roth, Landrat Uwe Schmidt und Alexandra Polley (Kasseler Sparkasse).

© Foto: H. Kuehlborn

Im 12. Jahrhundert haben die Mönche Heriman (durch seine Buchmalkunst) und Roger (als Goldschmied) das Benediktiner Kloster Helmarshausen weit über dessen Grenzen hinweg bekannt gemacht. Die Mönche Heriman und Roger sind nun als lebensgroße Skulpturen aus Bronze für die Besucher des Klosterareals sichtbar geworden. Heriman wurde sitzende mit Gänsefeder und Roger stehend mit Schatulle dargestellt.
Mit einem vorausgegangenen Festgottesdienst mit Chormusik und unter großer Teilnahme der Gemeinde wurden die Statuen der Öffentlichkeit übergeben. Sie bilden nun einen neuen Mittelpunkt auf dem Kirchhof der evangelischen Gemeinde und werden Einheimische wie Besucher auf die Entstehung des berühmten Evangeliars Heinrich des Löwen im Kloster Helmarshausen hinweisen und damit die (kunst-) geschichtliche Bedeutung der kleinen Stadt an der Diemel herausstellen. Heriman schuf das Evangeliar Heinrichs des Löwen, das als größtes Meisterwerk romanischer Buchmalerei in Norddeutschland gilt. Es wurde 1983 für 32,5 Millionen D-Mark versteigert und wird heute in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel aufbewahrt. Wer sich über die Entstehung des einstmals teuersten Buches interessiert, sollte das Museum im alten Rathaus in Helmarshausen besuchen.
„Diese Skulptur ist wieder ein Beispiel für das große Einfühlungsvermögen und die künstlerische Qualität für die Karin Bormann-Roth steht“, würdigt Landrat Uwe Schmidt die Arbeit der Künstlerin. Schmidt dankt auch dem Förderverein, der die Idee für die Skulptur hatte und der sich unermüdlich für die Realisierung eingesetzt hat. „Menschen wie Karl May, die gute Ideen haben und dann auch noch für die Umsetzung sorgen, sind Produktivkräfte für die Bewahrung unserer Heimat- und Regionalgeschichte“, so Schmidt weiter. Landrat Schmidt und Bürgermeister Marcus Dittrich waren sich einig: „Die außergewöhnliche Geschichte des Klosters Helmarshausen wird jetzt für Besucher und Einheimische besser erfahrbar“.
Ohne die großzügige Spende der Kasseler Sparkasse und der vielen anderen, privaten und institutionellen Spender wäre die Aufstellung der Skulpturen nicht möglich gewesen. Die Kosten für die Realisierung der Skulptur belaufen sich auf rund 52.000 Euro. Die Kasseler Sparkasse hat sich mit einem größeren Betrag an der Finanzierung beteiligt; weitere Spenden kamen vom Bistum Fulda und der Kulturstiftung des Landkreises Kassel sowie von vielen privaten Einzelspendern.

„4.000 Euro fehlen uns noch – weitere Spenden sind also willkommen“, wünscht sich Pfarrer Daniel Fricke. Spenden können gerne an: Evangelische Bank eG, Kassel, IBAN: DE13 5206 0410 0002 0001 05 mit dem