Kreis Höxter investiert dank Förderung 60.000 Euro

NAO und Pepper: Humanoide Roboter verbessern Eigenmotivation beim Lernen

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Bildungsgangleiter Dieter Rauchmann sieht die humanoiden Roboter als die perfekten Assistenten für die Pädagogen am Berufskolleg Kreis Höxter, um neue, attraktive pädagogische Themen einzuführen.

© Foto: Kreis Höxter

Kreis Höxter (wrs) - Insgesamt 54.000 Euro fließen aus Mitteln der Bund und Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ in die Ausstattung des Berufskollegs Kreis Höxter am Standort Brakel. „Dank der Fördermittel vom Land können wir mit der Anschaffung von sieben humanoiden Robotern einen echten Schritt nach vorne machen“, bringt Kreisdirektor Klaus Schumacher als Fachbereichsleiter Bildung und Kreisentwicklung seine Freude zum Ausdruck. Mit den neuen Robotern werden Schülerinnen und Schüler aus den unterschiedlichen Fachbereichen Technik, Gesundheit und Soziales arbeiten.
„Wir sind sehr froh, dass unser Antrag beim Land auf offene Ohren gestoßen ist. Der Eigenanteil von 6.000 Euro wird aus dem Budget der Schule bezahlt“, erklärt Schumacher. „Das ist gut angelegtes Geld, mit der Anschaffung der sieben Roboter sind wir auf der Höhe der Zeit und können unseren Schülerinnen und Schülern am Berufskolleg Kreis Höxter modernste Technik anbieten.“
Die gemeinsame Nutzung der humanoiden Roboter soll die zu behandelnden Themenfelder in den jeweiligen Bildungsgängen stärker für interdisziplinäre Zusammenarbeit öffnen. „Mit flexibel zu gestaltenden Lernszenarien verbessern die beiden Roboter Pepper und NAO die Eigenmotivation beim Lernen von naturwissenschaftlichen Themenfeldern in den Bereichen der Berufsfachschule Ingenieurtechnik, Informationstechnik, Fachoberschule Gesundheit und Soziales sowie der Fachschule des Sozialwesens und fördern somit letztendlich die Kreativitätsentwicklung“, erläutert Schulleiter Michael Urhahne. „Gerade die Verknüpfung der Berufsfelder Gesundheit, Sozialpädagogik und Heilerziehungspflege mit dem Berufsfeld Technik stellt ein besonders wichtiges gesellschaftliches Handlungsfeld dar, das mit der neuen Anschaffung nun intensiver angegangen werden kann.“
„Durch die informationstechnologische Verknüpfung unterschiedlichster Bereiche ist es möglich und auch erforderlich, Lernen in der Schule nicht nur fächerübergreifend und handlungsorientiert, sondern vor allem auch interdisziplinär auszurichten“, sagt er. Diese Interdisziplinarität orientiere sich an einem Handlungsprodukt und solle somit verstärkt auch in der Berufsfachschule, Berufsschule und Fachschule Eingang finden und die berufliche Handlungskompetenz der Schülerinnen und Schüler wesentlich stärken. „Dabei ist wichtig, dass die Zusammenarbeit der Fachbereiche Technik, Gesundheit und Soziales die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzt und in den Vordergrund stellt.“
„Die digitale Transformation macht auch vor dem sozialen Dienstleistungssektor nicht Halt und tangiert zunehmend die Tätigkeitsfelder des Sozialwesens in Quantität wie auch Intensität“, weiß Urhahne. „Daher wollen wir unsere Schülerinnen und Schüler fit machen, denn zukünftige Fachkräfte sind auf digitale Kompetenzen angewiesen.»
„Die humanoiden Roboter Pepper und NAO sind die perfekten Assistenten für uns Pädagogen“, erläutert Dieter Rauchmann, Bildungsgangleiter der Fachoberschule für Gesundheit und Soziales. „Ihr visuelles und intuitives Interface, also die Schnittstelle, erleichtert die Inhaltserstellung, um den Lehrbetrieb etwa auf den Einzelunterricht oder auf kleine Gruppen abzustimmen.“ Humanoide Roboter würden dabei helfen, neue, attraktive pädagogische Themen einzuführen. „Sie wenden PBL-Ansätze an, also das problembasierte Lernen. Damit helfen sie den Schülerinnen und Schülern beim Entwickeln von Problemlösungen und Analysefähigkeiten, die für einen erfolgreichen Start in eine wissensbasierte und hochtechnologische Gesellschaft erforderlich sind“, erklärt Rauchmann. Anmeldungen zu den Bildungsgängen sind bis zum 12. März möglich. Nähere Informationen unter www.bkhx.de.

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Wer oder was sind NAO und Pepper?
Kulleraugen, ein runder, kindlich anmutender Kopf, kurze Arme: Pepper macht durchaus einen menschenähnlichen Eindruck, ohne aber wie ein Mensch auszusehen. Tatsächlich sind die Robotermodelle Pepper und NAO – gewissermaßen der kleine Cousin, der inzwischen in sechster Generation auf dem Markt ist – hauptsächlich in der Forschung und Bildung anzutreffen. So ist der NAO beispielsweise eines der Standard-Robotermodelle, das Studententeams für die Robo-Fußball-WM verwenden. Die direkte Programmierbarkeit macht es relativ einfach, die komplexe Ausstattung aus Kameras, Lagesensoren oder Sonaren zur Abstandsmessung gezielt anzusteuern. So lassen sich in dieses System komplexe Routinen oder gar lernende Algorithmen implementieren.
Der Roboter Pepper wird inzwischen in Deutschland bereits erfolgreich als unterstützende Hilfe eingesetzt. Natürlich ist er aufgrund seiner eingeschränkten physischen Eigenschaften – seine maximale Nutzlast liegt laut Datenblatt bei gerade 500 Gramm – nicht in der Lage, eine Pflegekraft zu ersetzen. Aber schon jetzt erweist sich der kindliche, humanoide Roboter als eine wertvolle Hilfe in der Seniorenbetreuung: Der Roboter liest den anwesenden Rentnern die Zeitung vor oder erzählt Geschichten, er spielt mit Ihnen Ratespielchen oder Vier gewinnt, auf Wunsch singt er ein Liedchen vor. Aber er bietet auch weit mehr als nur reinen Zeitvertreib: Der bewegliche Roboter kann gymnastische Übungen mit den Armen vormachen und mit seinen Augen überwachen, ob jeder mitmacht.

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