Begeisterung für Oldtimer und Opel

Nachbarn mit Benzin im Blut

Von Barbara Siebrecht
Herstelle – Manchmal spült einem das Leben die richtigen Menschen vor die Füße. Als Danilo Reht vor acht Jahren mit seiner Familie nach Herstelle zog, bekam Wolfgang Janzen einen Nachbarn, mit dem er heute eine große Leidenschaft teilt. Die beiden Männer haben scheinbar Benzin im Blut und lieben es, ganz besondere, alte Fahrzeuge wieder fahrtüchtig zu machen und zu pflegen.

Bild anzeigen

Wolfgang Janzen, Danilo Reth, Peggy Reth und Heike Janzen inmitten ihrer außergewöhnlichen Fahrzeuge.

© Foto: Siebrecht

Danilo Reth (39) ist Werkstattleiter beim Autohaus Benkel in Beverungen und Wolfgang Janzen (80) Fliesenlegermeister im Unruhestand. Seit die beiden sich kennen und Janzen beruflich kürzer tritt, haben sie ein gemeinsames Thema entdeckt und treffen sich oft abends vor Reths Opel-Garage. Seit der Lehre ist Danilo Reth von der Automarke Opel restlos begeistert. Seine Doppel-Garage hat er zu einem Show-Room ausgebaut, der mit Opel-Devotionalien ausgestattet ist. So hat er zwei verschiedene Opel-Leuchtreklamen installiert, eine Opel Kühlschrank aus den 50iger Jahren und eine Vitrine mit Opelmodellen. Wenn er die Leuchtreklame an der Wand einschaltet, lässt er gleichzeitig Disco-Laserstrahlbeleuchtung laufen und steigert die Wirkung der bunten Laserstrahlen noch mit seiner Nebelmaschine, die unter dem Autostellplatz montiert ist.

Bild anzeigen

Die Doppelgarage baut Reth zum Show-Room um. 

© Foto: privat


Ist sein roter Opel Kadett in der Garage geparkt, kann er auch noch die Unterbodenbeleuchtung einschalten, die sich wahlweise im Rhythmus der Musik aus dem Hi-Fi-Kofferraum zuschaltet, der mit drei Monitoren und mit DVD Player ausgestattet ist. Der Kadett war Danilo Reths erstes Auto, das er mit 18 Jahren erwarb und in unzähligen Arbeitsstunden umbaute und ausstattete. Unter anderem wechselte er den Motor von 60 PS auf 200 PS. Mit dem Kadett hat Danilo Reth schon viele Pokale bei Fahrzeugwettbewerben gewonnen.

Bild anzeigen

Nur Steaks mit Opel-Brandzeichen kommen bei Danilo Reth auf den Teller.

© Foto: privat


Familie Reth besitzt insgesamt 5 Opel, darunter auch den Oldtimer Opel Rekord A aus dem Baujahr 1964, der nach einer Generalüberholung für Familienausflüge genutzt wird. Überraschendstes Stück der Fahrzeugsammlung ist eine Simson-Duo, ein Fahrzeug für Gehbehinderte, das mit den Händen bedient wird und mit Benzinmotor und einem abnehmbaren Planendach ausgerüstet ist. Das Fahrzeug wurde in der DDR gebaut und mit 1.000 km auf dem Tacho von einem älteren Herrn aus Erkeln erworben.

Bild anzeigen

Die Simson Duo wurde in der DDR gebaut und wird mit den Händen bedient.

© Foto: Siebrecht


Mit seiner Fahrzeugbegeisterung hat Reth auch seine Nachbarn angesteckt, der die alte Zündapp x 25 von Sohn Peter (Baujahr 1984) wieder flott gemacht hat und mit dem Zweirad Ausfahrten ins Hersteller Feld unternimmt. Einmal eine Ente, einen Citroen 2CV6 Club zu besitzen, war eigentlich der Traum von Tochter Heike. Heute fährt Wolfgang eine rote und Heike eine weiße Ente beide aus dem Baujahr 1989 mit je 27 PS. „Es ist wichtig, dass man bei solchen Autos eine gute Liebhaber-Werkstatt kennt“, meint Heike, „man hat immer etwas zu reparieren zu pflegen oder zu polieren. Das neueste Schätzen in Janzens Sammlung ist die dreirädrige Ape, Baujahr 1993 von Piaggio. Der Mini-Laster wird für kurze Ein-Mann-Ausflüge genutzt und die Plane der Ladefläche dient als Werbefläche für den Betrieb „Fliesen Janzen“.

Bild anzeigen

Die Hersteller Nachbarn zeigen ihre Fahrzeug-Schätzen.

© Foto: Siebrecht

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder