John berichtet über Situation von Opfer-Angehörigen

Neonazi-U-Ausschuss beginnt mit öffentlichen Anhörungen

Berlin (AFP) - Der Untersuchungsausschuss des Bundestags zur Zwickauer Neonazi-Zelle hat mit der öffentlichen Vernehmung von Sachverständigen begonnen. Zum Auftakt der Sitzung wies die Ombudsfrau für die Opfer und ihre Angehörigen, Barbara John, auf die schwierigen Lebensumstände vieler Angehöriger hin. Weil sie oft selbst zu den Tatverdächtigen gezählt worden seien, "sind sie aus dem Kreis der Anständigen ausgeschlossen worden", sagte John. Viele hätten noch immer unter den Folgen der Anschläge zu leiden und warteten auf Hilfe.
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Sächsischer Landtag © AFP

Im Anschluss sollen noch Martina Linke von der Opferschutzorganisation Weißer Ring sowie Christina Büttner von der mobile Opferberatungsstelle "ezra" vernommen werden. Vor der Anhörung hatten Ausschussvertreter erneut die Länder ermahnt, die zur Aufklärung nötigen Akten zu übermitteln. "Es holpert an dieser Stelle noch", sagte John.

Der Bundestagsausschuss will die der Neonazi-Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) zur Last gelegten Morde an neun Migranten und einer Polizistin aufklären, die wegen Ermittlungspannen von Länderbehörden lange nicht als rechtsextreme Mordserie erkannt worden waren. Zur Aufklärung benötigt der Ausschuss nun die Unterlagen aus den Ländern.

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