Ins Stromnetz habe die Netzagentur im vergangenen Winter deutlich häufiger eingegriffen als im Winter zuvor, erklärte Homann. In 197 Fällen habe die Einspeisung von Energie aus alternativer Erzeugung zwangsweise reduziert werden müssen. Regionaler Schwerpunkt sei dabei Schleswig-Holstein gewesen. Im Jahr zuvor habe sich die Zahl der Eingriffe auf nur 39 belaufen. 2011/2012 aber hätten auch zeitweise Reservekraftwerke in Deutschland und Österreich angefahren werden müssen, weil nicht ausreichend Strom zur Verfügung stand.
Im Winter sei nicht nur eine "sehr hohe Auslastung von Leitungstrassen" zu verzeichnen gewesen, erklärte Homann. Auch habe sich gezeigt, dass der Stromverbrauch nicht richtig eingeschätzt worden sei. Insgesamt seien die Ursachen für die Unterversorgung mit Strom jedoch "vielschichtig".
Sie seien aber weder Fehlern in Gesamtsystem noch etwaigen missbräuchlichen Manipulationen einzelner Akteure zuzuordenen, erklärte Homann. Die Bundesnetzagentur hatte eine Untersuchung eingeleitet, weil der Verdacht bestand, dass das Netz während der Kältewelle im Februar möglicherweise von einigen Strom-Großhändlern manipuliert und damit an den Rand eines Zusammenbruchs gebracht worden war.
Homann betonte erneut "die Dringlichkeit eines schnellen Netzausbaus". Technische Alternativen gebe es nicht, erklärte der Netzagenturchef. Der Netzbetreiber 50hertz teilte am Donnerstag mit, er habe mit dem Lückenschluss an einer Stromautobahn zwischen Hamburg und Schwerin begonnen. Ziel sei es, die Leitung "möglichst vor dem kommenden Winter in Betrieb nehmen zu können".
Noch keine Kommentare vorhanden