Für Investorenmodell entschieden

Neuer Kindergarten entsteht

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Claudia Pelz-Weskamp, Stabsstelle Familie und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Höxter, und Bürgermeister Daniel Hartmann präsentieren das aktuelle Projekt.

© Foto: privat

Höxter (ozm) - In der Kernstadt Höxter wird es schon bald eine neue Kindertagesstätte geben. Nachdem die Vertragsverhandlungen abgeschlossen sind, kann der Bürgermeister Daniel Hartmann nun endlich die Bürgerschaft informieren: „Ich freue mich, den Familien unserer Stadt mitteilen zu dürfen, dass im Flor ein viergruppiger Kindergarten errichtet wird. Bereits nächste Woche werden die ersten Bagger rollen. Das Gebäude wird in einer Holzrahmenbauweise entstehen, sodass voraussichtlich bereits im Mai nächsten Jahres dort ca. 70 Kinder mit den Erzieherinnen und Erziehern einziehen können.“
Schon seit 2018 verfolgt die Stadt Höxter die Entwicklung der Bedarfe. Gemeinsam mit dem Kreis Höxter, der für die Bedarfsdeckung der Kinderbetreuung zuständig ist, wurden zunächst neue Betreuungsplätze in den Kitas der Ortschaften geschaffen. Dies geschah in Form von Anbauten, Umbauten oder auch durch Gruppenumstrukturierungen innerhalb der Kitas. Vor allem die Hochstift gGmbH, die Trägerin der Kitas in allen Dörfern der Stadt Höxter ist, hat sich hier sehr engagiert. Auch weitere Tagespflegegruppen (Betreuung von unter 3-Jährigen durch eine Tagesmutter oder einen Tagesvater) sind in Höxter und den Ortschaften zusätzlich entstanden.
Um schließlich auch die Bedarfsdeckung in der Kernstadt zu optimieren, ging die Stadt Höxter hier auf die Suche nach geeigneten Gebäuden für eine Kita. Da ein Neubau sehr kostenintensiv sein kann, wurde zunächst das Ziel gesteckt, bereits bestehende Gebäude umzubauen. Leider haben sich hier keine geeigneten Möglichkeiten ergeben. Auch Gespräche mit Betrieben bezüglich Betriebskindergärten blieben leider erfolglos.
Die Zeit drängte, denn die negativen Auswirkungen der fehlenden Kita-Plätze wurden immer deutlicher. „Wir erhielten zahlreiche besorgte Anrufe von Familien und Arbeitgebern, denn ohne Kinderbetreuung können Mütter und Väter nach der intensiven Familienphase mit einem Säugling oder Kleinkind nicht wieder in ihren Beruf zurückkehren. Nicht zu vergessen, dass Kinder, die keinen Kita-Platz erhalten, kaum die Möglichkeit haben, mit Gleichaltrigen zu spielen und innerhalb einer Gruppe gefördert zu werden. Auch geflüchtete Kinder haben eine geringere Chance, Deutsch zu lernen, bevor sie eingeschult werden“, macht Claudia Pelz-Weskamp, Stabsstelle Familie und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Höxter, deutlich.
Nachdem zahlreiche Anstrengungen der Stadt Höxter leider nicht zum gewünschten Ziel geführt hatten, entschied sich der Bürgermeister für das sogenannte Investorenmodell.
Demnach lässt ein Investor das Gebäude errichten, welches dann ein Träger anmietet und betreibt. Selbstverständlich geschieht dies unter Aufsicht und mit Beratung des Landesjugendamtes sowie mit flankierender Begleitung der Stadt Höxter.
Bereits im Mai 2021 lud der Bürgermeister die Fraktionen des Rates zur Besichtigung einer Kita ein, die in einer Holzrahmenbauweise errichtet wurde. Schließlich gab der Rat der Verwaltung den Auftrag, das Projekt voranzutreiben.
Daraufhin galt es, zahlreiche Verträge zu verhandeln und abzuschließen. „Vertragsverhandlungen können sich manchmal recht zäh gestalten, schlussendlich waren sie aber erfolgreich“, erläutert der Bürgermeister das Prozedere. „Die Trägerschaft hat der Regionalverband Johanniter Lippe-Höxter übernommen. Damit übernehmen sie im Stadtgebiet Höxter erstmalig die Trägerschaft einer Kita. Die Stadt Höxter ist bemüht, eine breite Trägerlandschaft in unserer Stadt aufzubauen, damit den Eltern eine große Wahlmöglichkeit zur Verfügung steht.“
Mit der Beermann Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG aus Bad Salzuflen wurde ein Investor gefunden, der bereits Erfahrungen mit dem Bau und der Verwaltung von Sozialimmobilien hat. Das Gebäude wird vom Generalunternehmer Kögel und Nunne aus Horn Bad Meinberg errichtet, der in den letzten drei Jahren u. a. vier Kitas gebaut hat. Daniel Hartmann stellt die Vorteile des Standortes Im Flor heraus: „Die Kita wird oberhalb des König-Wilhelm-Gymnasiums errichtet. Somit liegt sie direkt in einer Wohnsiedlung. Die Eltern können ihre Kinder also durchaus auch zu Fuß zur Kita bringen. Außerdem ist es auch zu den großen Arbeitgebern Bundeswehr, Schulen und Krankenhaus nicht weit.“
Daniel Hartmann ist sich sicher: „Die angespannte Situation in der Kernstadt bezüglich der Kinderbetreuung wird sich voraussichtlich ab Mai 2023 merklich entspannen. Ich werde aber weiterhin die Bedarfe der Kinderbetreuung im Blick behalten und entsprechend reagieren, damit solch eine Situation für die Familien unserer Stadt nicht nochmals entstehen wird.“

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