Hilfe für Eltern systemrelevanter Berufsgruppen

Notbetreuung an der GGS

Von Barbara Siebrecht
Beverungen/Dalhausen – Ohne Sie geht es nicht einen Tag! Eltern, die in systemrelevanten Berufsgruppen wie in der Energieversorgung und Telekommunikation, im Gesundheitssektor, bei Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, Verwaltung oder in der Pflege arbeiten, die mit Logistik und Einzelhandel die Versorgung mit Gütern und Lebensmitteln aufrecht erhalten oder die Menschen durch Zeitung und TV und Radio informieren, können aber nur arbeiten, wenn sie ihre Kinder in sicherer Obhut wissen.

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Fahrrad fahren auf dem Schulhof

© Foto: GGS

Mit Schließung der Kitas und Schulen zum 16. März 2020 waren die Schulen und Kitas verpflichtet, eine Notbetreuung einzurichten, wenn Bedarf von Eltern der relevanten Berufsgruppen angemeldet wurde. Am 23. März 2020 wurde das Angebot auch für Eltern erweitert, bei denen nur ein Elternteil in der kritischen Infrastruktur beschäftigt ist und zeitlich für die Wochenenden und die Osterferien ausgedehnt.
An der Gemeinschaftsgrundschule der Stadt Beverungen (GGS) wurden an beiden Standorten des Grundschulverbundes in den Räumlichkeiten der Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) Notfallbetreuungs-Gruppen eingerichtet. Zunächst waren sieben Kinder angemeldet. Diese Zahl erhöhte sich auf 17 Kinder, die aber nicht alle an jedem Tag zur Betreuung kommen. Die Betreuungskräfte dürfen ihre eigenen Kinder nicht mitbringen. Die Eltern, die dieses Angebot nutzen, arbeiten als Pflegkräfte, Ärzte oder im Logistikbereich und Einzelhandel in weitem Umkreis um Beverungen.

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Zeit für Hausaufgaben

© Foto: GGS


Die Betreuung übernehmen Lehrkräfte in den Vormittagsstunden und Mitarbeiter der Offenen Ganztagsbetreuung und der Burgspatzen nachmittags bis 16.30 Uhr jeweils im Wechseln. „Im Kreis einmalig ist, dass sich auch Kollegen des Gymnasiums bereit erklärt haben, Betreuungsschichten zu übernehmen und sich mit unserem Kollegium solidarisch zeigen; darüber haben wir uns sehr gefreut“, berichtete Schulleiterin Birgit Riepe-Dewender. Am Gymnasium und der Sekundarschule wurde keine Notfallbetreuung eingerichtet, da hier die Eltern keinen Bedarf meldeten.
Die Kinder fühlen sich in den Betreuungsgruppen, die nicht größer als fünf Kinder sein und möglichst Kinder gleichen Alters zusammenfassen sollen, sehr wohl. „Wir sind eine Schulgemeinde, und die Kinder kennen sich untereinander und auch die Lehrkräfte“, erklärte die Schulleiterin. In den gemütlichen Räumen der OGS stehen Bereiche für konzentrierte Arbeit an den Hausaufgaben genauso zu Verfügung wie Bereiche mit Spielangeboten. In der Freizeit wird gebastelt, oder die Kinder nutzen den großen Schulhof in Beverungen zum Fahren mit den schuleigenen Fahrrädern.
In Absprache mit dem Schulträger werden in den Räumen der OGS verschärfte Hygienemaßnahmen durchgeführt und zum Schutz der Kinder und Lehrkräfte alle Oberflächen desinfiziert. Lehrerinne und Lehrer über 60 oder mit Vorerkrankungen werden nicht zur Notfallbetreuung eingesetzt.

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Die Räume der Offenen Ganztagsschule sind gemütlich eingerichtet und schon mit Ostermotiven dekoriert.

© Foto: GGS


Alle Kinder der Grundschule erhalten über ihre Eltern Aufgaben in den Hauptfächern und nutzen dazu ihre Bücher und Übungshefte. „Das ist das Gespür der Lehrerinnen und Lehrer gefragt, dass die Kinder und Eltern nicht überfordert werden“ stellte die Schulleiterin klar. Es werden keine neuen Themen behandelt, sondern Aufgaben zu Festigen und Wiederholen verteilt. Bei Fragen können sich die Eltern an die Lehrkräfte wenden. Auch Frau Rode vom Café Grenzenlos hat angeboten Kinder zu unterstützen. Die Aufgaben sind kein Pflichtprogramm und die neuen Lerninhalte des Lernplans werden gemeinsam erarbeitet, wenn es wieder los geht. „Das werden wir sicherlich schaffen“ ist Birgit Riepe-Dewender zuversichtlich.

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