Musiker spielten mit großem Abstand

Online-Orchester holt den Weltrekord

Kreis Höxter/Welsfleth (ozbs) - Jens Illemann aus Wewelsfleth hat es zum zweiten Mal geschafft. Er hat einen Weltrekord ausgestellt. Schon 2016 hatte er in der Commerzbank-Arena in Frankfurt das größte Orchester koordiniert. Jetzt ist er mit insgesamt 1.320 Musiker aus 44 Nationen in das Rekordbuch eingezogen – in der Kategorie „das größte virtuell spielende Musikensemble“.

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Kira Schafer

© Foto: privat

Mit dabei waren unter anderem auch Musiker aus den Blaskapellen Herstelle, Höxter, Brenkhausen und Lüchtringen. Kira Schafer hatte von der Idee bei Facebook gelesen und sofort mitgemacht: „Es wird bestimmt eine nette Erfahrung, aber dass das so groß wird und so viel Spaß macht, hätte ich nicht gedacht“, sagte die Klarinettistin. „Dieses Projekt war ein Ansporn in der probenfreien Zeit selbstständig zu üben und sich mit neuen Stücken zu beschäftigen – das trägt natürlich auch einen Teil zur musikalischen Entwicklung in dieser Zeit bei“, so Kira Schafer.

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Einige der Weltrekordler waren: Kira Schafer, Blaskapelle Herstelle, (Bassklarinette), Stefan Balke, Sinfonisches Blasorchester Höxter, (Trompete), Imke Wingrat, Blaskapelle Brenkhausen, (Saxophon) und Sven Schafer, Blaskapelle Lüchtringen, (Tenorhorn)

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„Es ist eine unglaubliche Freude so eine tolle Auszeichnung erneut zu erhalten“, freut sich Illemann, „wichtiger ist mir aber, dass wir es geschafft haben, jede Woche gemeinsam Musik zu machen – auch ohne uns real zu sehen.“ Der 32jährige hatte Mitte März über Facebook zu einem kleinen Projekt-Versuch aufgerufen: Wer Spaß daran hat, sollte ihm ein Video von sich selber schicken. Illemann hatte vorher die Noten und ein Klangbeispiel zu Verfügung gestellt. Aus allen Einsendungen kreiert er dann ein Gesamtvideo – eine Art Collage, in der jeder Musiker zu sehen war. Aus anfänglich 40 teilnehmenden Musikern sind mit den Wochen über 500 geworden. Und jetzt zum Weltrekord über 1.300.
Die Überprüfung und Abnahme des Rekords hat das renommierte „Rekord-Institut für Deutschland“ übernommen. Rekordrichter Olaf Kuchenbecker hat den Rekordversuch begleitet und – ebenfalls online – den neuen Rekord verkündet. „Der Weltrekord sollte ein großer Abschluss dieses besonderen Projekts sein“, erklärt Illemann. Nun dürfen aber Orchester und Chöre weiterhin nicht proben, daher hat sich der Musiklehrer dazu entschlossen, das Projekt monatlich weiterzuführen. Interessierte Musiker und Sänger können sich ab sofort auf der Webseite www.corona-orchester.de anmelden.

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