Gemeinsame Aktion „Fridays for Future“ und „BI Atomfreies 3-Ländereck“

Plädoyer für Einhaltung des Klimaabkommens

Von Peter Vössing
Beverungen - „Wir fordern nicht mehr und nicht weniger, als dass das Pariser Klimaabkommen eingehalten wird“, machte Tim Vollert von „Fridays fror Future“ als Veranstalter der Klimastreikaktion in Beverungen deutlich.

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Demonstrationszug durch die Stadt.

© Foto: Vössing

Bundesweit gingen bei ca. 470 Demonstrationen in ganz Deutschland über 620.000 Menschen (hauptsächlich Jugendliche) auf die Straße, um auf das 1,5 Grad-Ziel deutlich hinzuweisen.
In Beverungen scheint sich das Interesse der Jugendlichen auf solche Aktionen in Grenzen zu halten. Eher enttäuschend war der Zuspruch aus dieser Altersgruppe. Die größte Anzahl der über 100 Demonstranten war deutlich jenseits zwanzig Jahre und rekrutierte sich hauptsächlich aus der Gruppe der Gegner des geplanten Bereitstellungslagers in Würgassen. Die BI „Verein Atomfreies 3-Ländereck“ hatte sich dem Klimastreik angeschlossen, um ihren Protest zu unterstreichen.


Die Kundgebung fand am Dampferanleger statt. Hier ergriff zunächst Tim Vollert das Wort. „Die Bewegung Fridays for Future fordert doch nur, dass wir das Pariser Klimaabkommen, bei dem sich 2015 die Politiker in den Armen lagen, einhalten. Ist das denn zu viel verlangt? Dafür müssen wir bis spätestens 2030 aus der Kohle auszusteigen und bis spätestens 2035 eine Stromversorgung komplett aus erneuerbarer Energie erreichen“, machte Vollert die Forderungen der Bewegung klar. Seine Mitstreiterin Jacqueline Grabosch machte noch einmal deutlich, dass die Regierungen seit dem Klimaabkommen hinterherhinken. „Wir fordern, dass unsere Welt so erhalten bleibt, dass wir ein lebenswertes Leben leben können“, erläuterte die junge Frau.

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Kundgebung am Dampferanleger.

© Foto: Vössing


Für die BI ergriff dann Dirk Wilhelm (Vorsitzender des Vereins Atomfreies 3-Ländereck) das Wort. Er machte den Klimaschützern Mut und verdeutlichte, was alles Möglich ist und das ganz ohne Kernkraft. „Die Renaissance der Atomkraft aufgrund der CO2-Einsparung voranzutreiben, ist in Hinblick auf den atomaren Müll, der dann entsteht, wie Fliegen ohne Landebahn. Es gibt weltweit noch kein sicheres Endlager. Wir brauchen die Dinger nicht. Schon heute decken wir 44 Prozent des Strombedarfs durch erneuerbare Energien. Gerade Beverungen ist ein leuchtendes Beispiel. Die Stadt mit ihrem Photovoltaikpark, den 5 Windkraftanlagen und der Biogasanlage erzeugt dreimal soviel Energie wie verbraucht wird. Durch die Biogasanlage, bei der der Mais direkt aus der Region kommt, heizt zudem das Wasser des Freibads auf 27 Grad und das Schulzentrum im Winter auf. Das Neubaugebiet wird zudem durch eine innovative Technik mit einem Wirkungsgrad von 95 Prozent aus dem Nahwärmenetz versorgt. Nicht umsonst hat Beverungen den Titel Öko-Modellregion bekommen“, machte Wilhelm in einer mitreißenden Rede für die Region deutlich. Er ging allerdings auch auf die zu erwartenden 14 – 21 Mio. Transportkilometer auf LKW und Dieselloks für das atomare Bereitstellungslager ein und forderte das geplante Vorhaben zu stoppen und das Auswahlverfahren noch einmal transparent und fair zu resetten.

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Die drei Redner: (v.l.) Tim Vollert, Dirk Wilhelm und Jacqueline Grabosch.

© Foto: Vössing


Im Anschluss zog der Demonstrationszug lautstark über die Weserstraße und Lange Straße am Büro der BGZ vorbei zurück zur Weser.

 

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