"Politik ist nicht familienfreundlich", kritisierte Schwesig im "Hamburger Abendblatt". "Es ist fatal, dass wir auch noch Parteitage und wichtige Sitzungen auf Sonntage legen." Das gelte nicht nur für die SPD, sondern für alle Parteien. Ihre Familie habe Vorrang, "und deshalb brauche ich auch Auszeiten von der Politik".
Die FDP-Familienpolitikerin Gruß unterstützte die Forderung der Sozialdemokratin. "Es erhöht einfach die Authentizität eines Politikers, wenn dieser nicht nur über seine Familie redet, sondern Familie auch selbst lebt", sagte Gruß dem "Hamburger Abendblatt". "So wie sich die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehr Zeit und flexible Zeit für die Familie wünschen, so geht es Politikern auch", sagte die Bundestagsabgeordnete. Gruß schlug vor, im Politikalltag mehr übers Internet oder über Telefonkonferenzen zu regeln.
Auch Verteidigungsminister de Maizière (CDU) äußerte sich zu den Auswirkungen der Politik auf das Familienleben. "Eigentlich ist das unzumutbar", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Der totalen Verfügbarkeit über die Familie, der muss man dennoch widersprechen, dass muss möglich sein." Er selbst habe dies "ein paar Mal versucht, nach Auffassung meiner Frau ein paar Mal zu wenig." Politiker müssten darauf achten, noch ein Leben jenseits der Politik zu haben: "Politiker, die nur Politiker als Freunde haben, sind bedauernswert."
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