Medienrat: Moderatoren schlechtes Vorbild für Kinder

Radio in Ungarn muss wegen Tierwitzen 870 Euro zahlen

Budapest (AFP) - Ungarns umstrittener Medienrat liebt keine Witze über Tiere: Er verurteilte einen Radiosender zur Zahlung von 250.000 Forint (870 Euro), weil sich die Moderatoren einer Satiresendung über Tiere lustig gemacht hatten. Laut dem politischen Blog Velemenzyvezer hatten die Moderatoren der Sendung "Boomerang" im Februar im Radio NeoFM gesagt, das Aussterben der Pandas würde "niemanden stören", weil die Bären ohnehin nur "rumsitzen und fressen".
"Pandas sitzen ohnehin nur rum und fressen" Bild anzeigen
"Pandas sitzen ohnehin nur rum und fressen" © AFP

Das Gleiche gelte für Schildkröten, die ja "schon lange genug gelebt" hätten, witzelten die Moderatoren nach Angaben des Blogs. Demnach verurteilte der Medienrat nach einer Klage eines Umweltaktivisten den Radiosender am 6. Juni zu der Geldstrafe - mit der Begründung, dass die Moderatoren in ihrer Vorbildfunktion für Kinder versagt hätten, wie es in dem Urteil heißt.

Der Blog Velemenzyvezer sieht in der Verurteilung eine "absurde Angelegenheit", die die "schlimmsten Ängste" bestätige. Dem Medienrat sei per Gesetz erlaubt, die ungarische Medienlandschaft nach seinem Gutdünken zu gestalten, kritisierte der Blog.

Dem Medienrat gehören ausschließlich Verbündete der Regierungspartei Fidesz von Ministerpräsident Viktor Orban an. Das Gremium war im Januar durch das neue Mediengesetz eingesetzt worden, das international auf scharfe Kritik gestoßen war.

Bewerten Sie diesen Artikel

0.0
0,0 (0 Stimmen)

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Noch keine Kommentare vorhanden

Zu diesem Artikel wurde noch kein Kommentar hinterlassen, schreiben Sie doch den ersten.

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder
Als Startseite festlegen Facebook Twitter RSS-Feeds Mobile