Kinderprinzenpaar an der Macht

Rathaus ausgeräuchert

Von Barbara Siebrecht
Beverungen - Lange vor dem Eintreffen des Zuges hatten sich die Kanoniere der Blau-Weißen mit der Konfetti-Kanone in Stellung gebracht. Die Landsknechte der Stadtverwaltung angeführt von Bürgermeister Hubertus Grimm verschanzten sich mit Helm und Hellebarde hinter den Befestigungsanlagen vor dem Cordt-Holstein-Haus. 

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Mit Feuer rückten die Blau-Weißen Gardisten den Befestigungsanlagen zu Leibe.

© Foto: Siebrecht

Da traf der Zug der Narren, mit den Mädchen der Garden voran, vor der Festung ein. Die Narren drohten mit Widderkopf und Säbeln. Beide Seiten verweigerten Verhandlungen. Der Bürgermeister war fest entschlossen das Rathaus gegen die Diebe und Ganoven des Mottos zu verteidigen, denn solche Gauner im Rathaus wollte er unbedingt verhindern. Auf sein Angebot die scharfen Mädchen, die seinen Landsknechten sicher gefallen würden, hereinzulassen und auch die Prinzenpaare zu empfangen, ging Sitzungspräsident Philipp Driehorst nicht ein.


Die Blaus-Weiße-Garde hatte sich eine feige List ausgedacht die Stadtsoldaten buchstäblich auszuräuchern. Mit einer Fackel machten sie unter dem Tor viel Rauch, so dass der Bürgermeister bei seinen wohlgesetzten Reimen und trutzigen Worten mehrfach husten musste. Als dann noch die Speere und der Widderkopf gegen die Festung anrannten, blieb Heerführer Grimm nichts übrig, als den Rückzug zu befehlen. Die Blau-Weiße-Garde stürmte die Befestigungsanlagen. Die Landsknechte hatten sich ins Cordt-Holstein-Haus zurückgezogen. Mit weißer Fahne kam Grimm dann heraus, ertrug die Triumpfreden des Sitzungspräsidenten und des Kinderprinzenpaares, die fest entschlossen waren zu regieren und schunkelte entmutigt zu den Klängen des Musikverein-Spielmannszuges Würgassen. Der Rathausschlüssel musste einmal mehr bis zum Aschermittwoch an die Narren übergeben werden. 

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Rammbock und Enterhaken gaben der Festung der Landsknechte den Rest.

© Foto: Siebrecht

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