Weiberkarneval in Beverungen

Rathaussturm der närrischen Weiber

Von Peter Vössing
Beverungen – Im Moment jagt ein Orkan den Nächsten. Einen Sturm der besonderen Art musste sich die Besatzung des Beverunger Rathauses erwehren. Obwohl sich Bürgermeister Hubertus Grimm als Winnetou und sein Stellvertreter Ludger Ernst als Winnetatsch äußerst geschickt unter die Narren gemischt hatten, gab es kein Entkommen.

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Die Alte Garde stürmte das Rathaus. 

© Foto: Vössing

Die „Alte Garde“ war wieder mit einem Großaufgebot vor der Rathaustür zum Weiberkarneval erschienen und drang wie ein Wirbelwind in die heiligen Beverunger Hallen ein. Schnell war der oberste Bürger mit seinem Stellvertreter gefunden und beide bekamen vom Till Eulenspiegel Barbara Hartmann tüchtig die Leviten gelesen.


Aber zunächst fand der Bürgermeister versöhnliche Worte und begrüßte die närrischen Damen im Sitzungssaal. „Der Sturm ist euch Frauen ja wieder gelungen. Als Häuptling dieses Hauses sende ich euch meinen Friedensgruß“, für Winnetatsch (Ludger Ernst) war das allerdings zu wenig. Dieser forderte einen dicken Kuss, den er natürlich prompt bekam.
Oberhäuptling Grimm erkannte, dass die närrische Übermacht zu groß war und rückte den Rathausschlüssel sogar freiwillig heraus. Den nahm Alterspräsidentin Paula Jochheim sofort in Verwahrung. Grimm schwante nichts Gutes, als er den Till Eulenspiegel sah, der sich gerade bereit machte. „Und dann kommt gleich der Till wieder dran, der Spiegel hält vor Frau und Mann und mit bissigen Kommentaren wird man uns nichts ersparen“, unkte der Bürgermeister.

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Tolle Stimmung im Sitzungssaal.

© Foto: Vössin


Recht hatte dieser, denn Barbara Hartmann als Till Eulenspiegel holte einmal mehr zum verbalen Rundumschlag aus. Sie legte gleich mit den finanziellen Problemen der BeSte los: „Apropos „BeSte, dies aufzuarbeiten fand ich weder Zeit noch Sinn, da ich weder Finanz- noch Steuerberater bin. Aber in der Wirtschaft wie auch im Liebesspiel, 4 Häuptlinge sind mindestens zwei zu viel“, bemerkte Hartmann.
Weitere Themen wie die sich hinauszögernde Brücken-Querverschiebung, die Probleme mit dem Fahrbahnbelag der B83 im letzten Sommer, die Zusatzkosten für Brückenheiligen „Nepomuk“ sowie die kommende Kommunalwahl fielen der spitzen Zunge des Till Eulenspiegel zum Opfer.

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Die Jubilare Paula Jochheim (25 jahre Alte Garde) und Helga Kohl (50 Jahre Alte Garde) mit Till Eulenspiegel (Barbara hartmann. 

© Foto: Vössing


Im Anschluss hatte der Eulenspiegel dann noch die ehrenvolle Aufgabe zwei langjährige Mitglieder der „Alten Garde“ zu ehren. Paula Jochheim, die vor ein paar Tagen ihren 80. Geburtstag feiern konnte, ist seit 25 Jahren nicht mehr aus der „Alten Garde wegzudenken. Das wurde allerdings von Helga Kohl getoppt. Sie gehört seit sage und schreibe 50 Jahren der „Alten Garde“ an.

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In diesem Jahr überreichte Bürgermeister Hubertus Grimm den Rathausschlüssel freiwillig an Paula Jochheim.

© Foto: Vössing


Auch von Bürgermeister Hubertus Grimm gab es dafür Glückwünsche. Er ließ sich nicht Lumpen und lud die komplette „Alte Garde“ zu einer Sommer-Party in seinem Garten ein.
Nach dem offiziellen Part stieg dann die Party im Rathaus. Mit Gesang, Tänzen und Polonaisen klang die Rathauserstürmung aus. Dann machten sich die Damen weiter auf ihren närrischen Marsch durch die Stadt.

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