Hague und Owtschinin wieder in Sternenstadt bei Moskau

Raumfahrer sollen nach Sojus-Notlandung im Frühjahr 2019 wieder ins All

Moskau (AFP) - Nach ihrer Notlandung in der kasachischen Steppe sollen der russische Kosmonaut Alexej Owtschinin und sein US-Kollege Nick Hague voraussichtlich schon im kommenden Frühjahr wieder ins All starten. "Wir planen ihren Flug für den kommenden Frühling", teilte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.
Hague und Owtschinin vor dem Start des missglückten Sojus-Fluges Bild anzeigen
Hague und Owtschinin vor dem Start des missglückten Sojus-Fluges © AFP

"Die Kerle werden bestimmt fliegen", erklärte Rogosin und veröffentlichte ein Foto von sich und den beiden lächelnden Raumfahrern. Demnach kehrten Hague und Owtschinin inzwischen in die Sternenstadt bei Moskau zurück, wo Raumfahrer auf ihre Missionen vorbereitet werden.

Die beiden Raumfahrer sollten am Donnerstag zur Internationalen Raumstation ISS fliegen, doch technische Probleme kurz nach dem Start der Sojus-Rakete zwang sie zur Notlandung. Die Landung in 400 Kilometern Entfernung in der Steppe überlebten sie unverletzt.

Nach der Notlandung wurden alle Sojus-Starts bis auf weiteres ausgesetzt. Russische Ermittler kündigten neben einer Untersuchung der Panne auch strafrechtliche Untersuchungen an. Sie sollen unter anderem klären, ob beim Bau der Rakete Sicherheitsbestimmungen missachtet wurden. Laut Roskosmos sollen die ersten Ergebnisse am 20. Oktober vorliegen.

Hague und Owtschinin sollten zur dreiköpfigen Besatzung an Bord der Internationalen Raumstation ISS stoßen, auf welcher der Astronaut Alexander Gerst als erster Deutscher und zweiter Europäer überhaupt derzeit das Kommando hat. Ursprünglich sollte die nächste Sojus-Rakete mit drei neuen Besatzungsmitgliedern am 20. Dezember zur ISS starten. Gerst und seine Kollegen sollten planmäßig am 13. Dezember zur Erde zurückkehren. Mittlerweile ist aber nicht ausgeschlossen, dass ihre Mission verlängert wird.

Ein potenzielles Problem könnte sein, dass die Batterien der bereits an der ISS angedockten Sojus-Kapsel nur eine Laufzeit von etwa 200 Tagen haben. Demnach müsste sie spätestens im Januar den Rückflug zur Erde antreten.

Russische Medien äußerten sich am Freitag besorgt über das Sojus-Unglück. Die Wirtschaftszeitung "Wedomosti" titelte "Der Zusammenbruch der Sojus", die "Nesawissimaja Gaseta" schrieb, binnen zwei Minuten sei die "Raumfahrtindustrie zusammengebrochen". Die Zeitung "Iswestija" unterstreicht dagegen, dass das Rettungssystem der Sojus-Rakete perfekt funktioniert habe.

Nasa und ESA hatten am Donnerstag ihr Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Sojus-Raketen betont. ESA-Chef Johann-Dietrich Wörner sagte in einem Schreiben an Roskosmos die Unterstützung seiner Behörde für die russische Untersuchungskommission zu.

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