Frieda Braun begeisterte mit Herz und Charme

Rolle vorwärts durch die Stadthalle

Von Inge Seidenstücker


Hofgeismar – Zum wiederholten Male trat „Frieda Braun“ alias Karin Berkenkopf in Hofgeismar auf. Und wieder blieb kein Auge trocken beim Publikum in der ausverkauften Stadthalle. Mit Volldampf machte sie ihre „Rolle vorwärts“ und strapazierte die Lachmuskeln der Zuschauer bis aufs äußerste.

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Frieda Braun sorgte wieder für einen wunderbar amüsanten Abend in der ausverkauften Stadthalle.

© Foto: Seidenstücker

Auf naive aber liebevolle Art erklärte sie wie sich Fachwissen im Körper ablagert und gab Beispiele vom rechtzeitigen Rücktritt und woran man erkennt, wenn es zu spät ist. Wie beispielsweise bei der Queen, die ihr Ungleichgewicht mit dem Schwerpunkt ihrer Hüte ausgleicht. Dass Charles in seiner Prinzenrolle feststeckt und er bei uns in Deutschland längst schon König wäre – im Schützenverein. Hier müsste er nur den Vogel abschießen, sagte sie. Auch für die Schönheit hatte sie ein Rezept. Einfach zu sich sagen „Ich bin schön“, bis man es selber glaubt. „Sollte man aber nicht gleich nach dem Aufstehen machen, denn da hat man neben seinen Falten auch noch die Abdrücke vom Kissen im Gesicht“, schiebt sie nach. Herzlich, ehrlich ohne kompromittierend zu sein, nimmt sie so manch einen aufs Korn. Auch das Publikum kam nicht daran vorbei, wie Rainer aus Warburg oder Klaus aus Hombressen. So probierte sie die Wirkung von Komplimenten aus. Sie erzählte von kleinen Alltagsverlegenheiten, wenn einem z.B. der Name seines Gegenübers nicht mehr einfällt, von aussterbenden Begriffen, wie etwa „Wählscheibe“, den „Hörer auf die Gabel legen“ oder aus der Zeit als das Telefon, Dank 20 m Kabel die Wohnung kennenlernte. Mit ausdrucksstarker Gestik und Mimik wirbelte oder besser stakste sie über die Bühne und erklärte die einzelnen Kurse ihrer elfköpfigen Splittergruppe einer Winterberger Frauenvereinigung. Allerdings riet Frieda sich genau zu überlegen, an welchem Kurs man teilnehmen will. Denn nach ihrer gewagten These über das „systematische Zusammenleben in einer Ehe“ hielten diese früher deshalb so lange, weil die Frauen so wenig gebildet waren. So hatten die Männer immer das Gefühl überlegen zu sein. Auch dem Begriff „Denkmalschutz“ gab sie einen ganz neuen Sinn. Noch weitere Kurse führte sie ebenso in ihrem sauerländischen Slang mit herrlich gerolltem R aus. Wie etwa „Die heimische Flora und Fauna im Sechsgang-Menü“, „Nacktschwimmen bei Walgesang“ oder „Internet für Silversurfer mit dem Zartphone“. Bis auf die Pause wurden die Lachmuskeln an diesem Abend unentwegt strapaziert. Doch wer Frieda Braun kennt, erwartet auch nichts anderes.
Nach ihrer Zugabe bei der es um Windbeutel mit Füllung ging und ihr geduldiger Ehemann „Erwin“ wieder einmal herhalten musste, entließ sie das Publikum mit warmen Gedanken verteilend „kurz und peinlich“ aber dennoch sehr liebevoll.

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