Neuer Patzer auf Reise von US-Präsidentschaftsbewerber

Romney-Berater beschimpft Journalisten in Warschau

Warschau (AFP) - Eigentlich wollte sich Mitt Romney mit seiner mehrtägigen Auslandsreise außenpolitisch profilieren - doch nach mehreren Patzern hat es nun noch einen verbalen Ausrutscher gegeben: Ein Berater des US-Präsidentschaftsbewerbers legte sich in Polens Hauptstadt Warschau mit Journalisten an und beschimpfte sie. Dabei seien Ausdrücke wie "Leck mich am Arsch" und "Du kannst mich mal" gefallen, berichten der US-Fernsehsender CNN und das Online-Magazin "Politico".
Romney und seine Frau in Warschau Bild anzeigen
Romney und seine Frau in Warschau © AFP

Nachdem Romney am Grabmal des Unbekannten Soldaten der polnischen Kriegstoten gedacht hatte und auf dem Weg zum Auto war, riefen ihm Reporter Fragen hinterher. Unter anderem wollten sie wissen, ob die bisherigen Patzer die Reise des Republikaners überschattet hätten.

Romney hatte in London die Fähigkeit der Briten in Frage gestellt, erfolgreiche Olympische Spiele zu organisieren. In Israel bezeichnete er Jerusalem als "Israels Hauptstadt", zudem führte er den Abstand zwischen dem wirtschaftlichen Niveau in den Palästinensergebieten und in Israel auf einen "kulturellen Unterschied" zurück.

Romney reagierte in Warschau auf die Fragen der Reporter nicht, dafür schritt aber sein Pressesprecher Rick Gorka ein. Dieser ermahnte die Journalisten zunächst, etwas "Respekt" zu zeigen, ehe er ausfällig wurde. Später habe sich Gorka für sein Verhalten entschuldigt, berichteten CNN und "Politico".

Der Vorfall überschattete einen von Romneys Beratern als "Grundsatzrede" angekündigten Auftritt des Präsidentschaftsbewerbers. Darin würdigte der Gast aus Übersee die engen Beziehungen zwischen Warschau und Washington. "Polen hat keinen größeren Freund und Alliierten als das Volk der USA", sagte Romney. "Ich finde es wichtig, bei denen zu stehen, die immer zu Amerika gestanden haben", fügte er hinzu - offenbar auch mit Blick auf die zahlreichen polnischstämmigen Wähler in den USA.

Romney lobte auch die politische und wirtschaftliche Entwicklung Polens. "In einer Zeit allgemeinen wirtschaftlichen Abschwungs hat Ihre Wirtschaft im vergangenen Jahr alle anderen Nationen in Europa übertroffen." Polen sei noch immer ein glorreiches Beispiel für den friedlichen Übergang von einer Diktatur zu Demokratie.

Am Montag hatte Romney in Danzig den früheren Gewerkschaftsführer und Staatspräsidenten Lech Walesa getroffen, wobei der Gastgeber den US-Republikaner ausdrücklich lobte. Davon distanzierte sich nun die jetzige Solidarnosc-Führung. Romney sei dafür bekannt, "Angriffe auf die Rechte der Arbeiter und Gewerkschaften" zu unterstützen, erklärte die Gewerkschaft.

Polen war die dritte und letzte Station auf der Auslandsreise, mit der Romney sein außenpolitisches Profil schärfen wollte. Allerdings schafften es auch in den USA vor allem seine Fehltritte in die Schlagzeilen.

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