Libyens Machthaber Gaddafi ruft zu weiterem Kampf auf

Rund tausend Flüchtlinge aus Libyen auf Lampedusa

Bengasi (AFP) - Auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa sind in der Nacht zum Samstag mehr als tausend Bootsflüchtlinge aus Libyen angekommen. Wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete, erreichten 1041 Menschen an Bord von vier Booten die Küstengewässer, unter ihnen 122 zum Teil schwangere Frauen und 33 Kinder. Boote der italienischen Küstenwache und des Zolls geleiteten die Flüchtlinge zu Aufnahmestationen der Insel. Libyens Machthaber Muammar el Gaddafi rief seine Anhänger indes erneut eindringlich zum Kampf für seine Regierung auf.
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Flüchtlinge aus Libyen auf Lampedusa © AFP

Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi sagte einen geplanten Besuch auf Lampedusa ab. Zur Begründung hieß es, er wolle die Bergungsaktionen nicht behindern. Seit Jahresbeginn sind mehr als 11.000 afrikanische Flüchtlinge auf der Flucht vor den Kämpfen in Libyen in Lampedusa eingetroffen. Nach Angaben der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio ertranken seit Anfang Januar mindestens 1820 afrikanische Migranten auf dem Weg von Nordafrika nach Europa im Mittelmeer.

Diese (die Regierung) werde niemals fallen, und das Volk werde sich niemals den Eroberern beugen, sagte Gaddafi in einer Botschaft an eine Kundgebung in der Stadt Sebha. Während die Rebellen ihren Vormarsch auf die Stadt Sliten fortsetzten, warnte die NATO, dass sich Gaddafis Truppen auf eine Gegenoffensive vorbereiteten.

"Wir lassen weder unser Erdöl noch unser Schicksal in den Händen von Verrätern", die von den Golfstaaten dafür bezahlt würden, ihr Land "an die Kreuzfahrer" zu verkaufen, sagte Gaddafi in der Botschaft an tausende seiner Anhänger, die sich in Sebha rund 750 Kilometer südlich von Tripolis versammelt hatten. Er rief seine Anhänger auf, die Rebellenhochburg Bengasi der Kontrolle der Aufständischen zu entreißen.

In Tripolis hatten zuvor tausende Anhänger Gaddafis am islamischen Mittagsgebet auf dem Grünen Platz teilgenommen. "Die Stunde des Dschihad ist gekommen", rief der Imam in seiner Predigt und forderte die Gläubigen auf, die Städte in Hand der Rebellen zu befreien. Nach dem Gebet rief die Menge Slogans wie "Das Volk will Oberst Gaddafi".

Derweil setzten die Rebellen ihren Vormarsch auf Sliten fort. Nach Angaben eines Rebellensprechers wurden bei Kämpfen fünf Rebellen getötet, doch befänden sich ihre Truppen inzwischen nur noch einen Kilometer vom Zentrum entfernt.

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