Schnittfehler bei Blütensträuchern

Schnipp Schnapp, Blüte ab!

Von Barbara Siebrecht
Beverungen mit Ortsteilen – In vielen Hausgärten und öffentlichen Grünflächen werden schön blühende Sträucher wie Blutjohannisbeere, Forsythien oder Duftjasmin gepflanzt, damit mach sich an ihrem Blüten und dem Duft, den vielen Arten verströmen, erfreuen kann. Leider wird oft durch falsch ausgeführte Schnittmaßnahmen diese Blütenzierde vorzeitig zerstört.

Bild anzeigen

Diese Sträucher wurden falsch geschnitten und blühen daher nur sehr spärlich.

© Foto: Siebrecht

Schon im Herbst greifen viele Hausbesitzer zur Rosenschere oder schlimmer noch zur elektrischen Heckenschere und trimmen ihre Blütensträuchern in eine mehr oder weniger rechteckige Form. Dabei werden die jungen Triebe, die der Strauch über den Sommer gebildet hat, entfernt. Dies ist fatal, da bei den meisten Blütensträuchern die Blütenknospen an den jungen Trieben angesetzt werden. Wer also wie oben beschrieben verfährt, schneidet die Blütenpracht für Frühjahr und Sommer des Folgejahres ab und wird von der spärlichen Blüte seiner Pflanzen enttäuscht sein. Auch die Form der Pflanze wird nicht wunschgemäß eckig, da Blütensträucher meist einen lockeren Wuchs haben und sich schwer in eine strenge Form zwängen lassen. Leider sieht man diesen falschen Pflegeschnitt auch auf vielen städtischen Grünflächen, die den privaten Hausbesitzern als Vorbild dienen könnten.
Ein richtiger Pflegeschnitt hat zum Ziel, viele junge Zweige und damit die Blütenpracht zu fördern. Dazu werden jedes Jahr einige alte Zweige des Strauches mit der Astschere direkt über der Erde entfernt. Der Strauch wird dadurch angeregt, neue Triebe aus dem Boden zu bilden und verjüngt sich damit stetig. Zu ausladende Triebspitzen können auf weiter im Strauchinnern gebildete Seitentriebe eingekürzt werden. Mit dem richtigen Pflegeschnitt kann man auch falsch geschnittenen Sträuchern wieder zu Blütenpracht verhelfen.
Wer eine strenge, rechteckige Form für seine Gartengehölze wünscht, sollte auf klassische Heckensträucher wie Hainbuche, Liguster, Eibe, Feldahorn oder Berberitze umsteigen, die sich mit ihrem dichten Wuchs und ihrer hervorragenden Schnittverträglichkeit für den sogenannten Formschnitt eignen. Die üblichen Blütensträucher sollten gemäß ihrer genetischen Veranlagung frei wachsen können und werden je nach Art zwischen zwei und drei Meter hoch und etwa zwei bis vier Meter im Durchmesser breit.
Bei einigen Arten mit malerischem Wuchs wie Magnolien, Scheinbuchen, oder Essigbaum sollte auf einen Schnitt ganz verzichtet werden, da er zu einem verstärkten Neutrieb mit langen, dünnen Trieben anregt und die malerische Wuchsform damit nachhaltig zerstört wird.
Wer feststellt, dass der Platz für seinen Blütenstrauch nicht ausreicht, sollte besser auf kleiner bleibende Pflanzenarten umsteigen. Damit erspart sich der Gartenbesitzer viel Arbeit, denn durch Schnitt kann man eine Pflanze nur mit viel Aufwand in ihrem Wuchs beschränken.

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken

Weiterführende Links zum Thema

Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder