Minsiterin: Schon aus Eigennutz stärker beteiligen

Schröder kritisiert Wirtschaft bei Kita-Ausbau

Berlin (AFP) - Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat der Wirtschaft vorgeworfen, sich beim Kita-Ausbau um ihre Mitverantwortung zu drücken. "Wenn die Wirtschaft von den Vorteilen einer flächendeckenden Kinderbetreuung profitieren will, muss sie sich schon aus Eigennutz stärker als bisher am Ausbau der Betreuungsplätze beteiligen", sagte Schröder der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Es passe nicht zusammen, den Kita-Ausbau auf den Staat abzuschieben und gleichzeitig zu fordern, dass Mütter so schnell wie möglich nach der Geburt wieder Vollzeit arbeiten.
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Gummistiefel in einer Kita © AFP

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hatte zuvor in der "NOZ" den Kita-Ausbau als "vorrangig staatliche Aufgabe" bezeichnet und Forderungen nach mehr Anstrengungen auch der Wirtschaft zurückgewiesen. Zugleich wandte sich Hundt gegen die Pläne der Koalition für ein Betreuungsgeld für Eltern, die auf einen Kita-Platz für ihre Kinder verzichten. Das Betreuungsgeld sei grundverkehrt, setze falsche Anreize und sei mit Blick auf die Konsolidierung der Staatsfinanzen nicht zu verantworten, sagte der Arbeitgeber-Präsident.

Statt Milliarden Euro in das Betreuungsgeld zu stecken, solle Schröder diese Summe in Kitas investieren, verlangte auch der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers. Er warf der Bundesregierung in der "NOZ" eine "unverantwortliche Politik der Widersprüche" vor.

SPD-Vize Manuela Schwesig wiederholte ebenfalls ihre Forderung, die Mittel für das Betreuungsgeld für den Kita-Ausbau zu verwenden. Sie verlangte im Bayerischen Rundfunk zudem eine bessere Bezahlung für Erzieherinnen. "Es kann nicht sein, dass sie nur so gut bezahlt werden wie zum Beispiel Müllfahrer", kritisierte die SPD-Politikerin. Dies werde dem pädagogischen Anspruch nicht gerecht.

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