Verkehrsinitiative „Nachhaltige Mobilität“

Schwimmnudeln auf der Straße

Holzminden (ozbs) - Von der Ferne konnte man denken, die Wassergymnastiksparte des Schwimmvereins Holzminden- Süd sei auf der Suche nach einer geeigneten Badestelle und die Schwimmnudeln seien ein wenig vom Gepäckträger gerutscht.

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Mit eine Schwimmnudel ausgerüstet, fühlten sich die Radfahrer sicherer.

© Foto: Verkehrsinitiative

Das Anliegen dieser ungewöhnlichen Fahrradaktion der Verkehrsinitiative Nachhaltige Mobilität war es, die Verkehrsteilnehmer für den genügenden Seitenabstand beim Überholen eines Fahrradfahrers zu sensibilisieren.
Jeder Fahrschüler hat es natürlich hundertfach gehört, dass beim Überholen eines Fahrradfahrers ein Seitenabstand von 1,50 Meter einzuhalten ist. Wenn die Fahrstunden Vergangenheit geworden sind, wird das leider schnell vergessen. Das weiß jeder, der sich mit dem Fahrrad fortbewegt und den Außenspiegel des vorbeiziehenden Autos in gefährlicher Nähe gespürt hat. In Holzminden kommt erschwerend hinzu, dass die Fahrradstreifen lediglich eine Breite von 0,60 bis 1,40 Meter haben, ein vorbeifahrendes Auto also großen Abstand vom Fahrradstreifen einhalten muss, um die Fahrradfahrer nicht zu beeinträchtigen.
Deshalb schnallten sich die Protagonisten dieser Aktion die Schwimmnudel aus Schaumstoff mit einem Abstand von 1,30 m auf den Gepäckträger und fuhren einzeln auf die Neue Straße. Das Gros der motorisierten Verkehrsteilnehmer verhielt sich vorbildlich und überholte mit einem ausreichenden Abstand oder blieb hinter dem Fahrrad. Aber leider gab es auch ein paar Uneinsichtige, die hupend und gestikulierend überholten. Unrühmlicher Höhepunkt waren ein PKW und ein Bus, die die Schwimmnudel touchierten und wegdrängten. Die Mitglieder der Initiative bekamen aber von vielen Passanten Zustimmung. „Man hat ein erhöhtes Sicherheitsgefühl mit der Schwimmnudel was sehr angenehm ist, weil man weiß, dass man nicht so dicht überholt wird und die Autos im Zweifel hinter einem bleiben.“ so Klaus Drescher von der Verkehrsinitiative.
Mangelnde Sicherheit beim Fahrradfahren hält viele Verkehrsteilnehmer davon ab, dieses Verkehrsmittel zu wählen. Die Einhaltung des adäquaten Abstandes und die Verhängung von Bußgeldern bei Nichteinhaltung könnten ein guter Baustein zur Erhöhung des Fahrradverkehrsanteils sein, meinte die Initiative.

 

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