Künstlerin erläuterte ihr Werk

Skulptur ins rechte Licht gerückt

Von Barbara Siebrecht
Herstelle - Fest im Etat für den Neubau der Grundschule (Einweihung 1966) war ein Betrag für ein Kunstobjekt vorgesehen. Den Wettbewerb gewann der Entwurf von Schwester Olympias Hänßler mit dem Thema „Entwicklungsgeschichte für Kinder“. Die heute fast 89-Jährige freut sich ganz besonders, dass der Bezirksausschuss von Herstelle eine Versetzung der Skulptur in die Ortsmitte veranlasste. Nach der Schließung der Grundschule war die Bronze-Plastik, die zuletzt vor der Turnhalle gestanden hatte, nicht mehr richtig zu Geltung gekommen.

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Über die Versetzung der Skulptur freuen sich (v.l.) der Bezirksverwaltungsstellenleiter Ludger Haneke, Mutter Sophia Schwede, Schwester Olympias Hänßler, und die Vertreter des Bezirksausschusses Christian Frewer, Klaus-Dieter Thesing, Theo Wille und Willi Daniel.

© Foto: Siebrecht

Während eines Schnatganges wurde die Idee diskutierte, und nach einem formalen Beschluss durch den Bezirksausschuss, der Umzug der Skulptur durch die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes durchgeführt. Nun steht das Kunstwerk vor der Sandsteinmauer auf dem St. Valery-Platz mitten im Ort. In Begleitung von Mutter Sophia Schwede besuchte die Künstlerin ihr Werk am neuen Standort und erläuterte den Bezirksausschussmitgliedern dessen Entstehung und Bedeutung.
Die Bildhauerin Schwester Olympias hatte schon vor Eintritt in den Konvent in England und Deutschland studiert. Ihr Konzept für das Kunstwerk orientierte sich am Heimatkundeunterricht und nahm Themen aus der Entwicklungsgeschichte des Menschen auf. Detailreiche Szenen zeigen die Anfänge wie Jagd und Fischfang über die Sesshaftwerdung mit Ackerbau und Viehzucht bis zur Erfindung des Rades und der Metallverarbeitung. Eine große Rolle spielen auch Szenen, die die Geschichte des Ortes Herstelle betreffen. So wird Karl der Große als fränkischer Reiter mit Reichsapfel und Kronreif ebenso dargestellt wie die Burg Herstelle und die Schifffahrt. Am höchsten Punkt sind eine Dampflock und eine Mondrakete und das Gebäude und Emblem der UNO zu sehen. Die kulturgeschichtliche Weiterentwicklung des Menschen wird mit einer Klosterschulszene (Corvey), und die Religionen mit einem griechischen Tempel (Europa), einem Shinto-Schrein (ferner Osten) und einer Moschee (naher Osten) angedeutet.

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Die Künstlerin, Schwester Olympias Hänßler erläuterte den Anwesenden ihr Werk.

© Foto: Siebrecht


Schwester Olympias erzählte sehr anschaulich, wie ihr Entwurf ausgewählt wurde und große Unterstützung durch den damaligen Bürgermeister Fritz Robrecht erfuhr. Sie modellierte die Szenen aus Wachs auf Holzplatten. Die hohle Bronze-Skulptur wurde dann 1965 im Wachsausschmelzverfahren in der Glocken- und Kunstgießerei Petit und Edelbrock in Gescher gegossen und auf dem Schulhof der neu gebauten Grundschule aufgestellt.
Mutter Sophia dankte den Anwesenden für die Wertschätzung, die der Skulptur durch die Versetzung wieder zu Teil wird, strich Schwester Olympias liebevoll über den Arm und meinte: „Da können Sie sehen, welche (menschlichen) Schätze wir im Kloster hüten.“

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