Caritas-Familienpflege

So wichtig wie noch nie

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Andrea Gehrendes, Leiterin der Caritas-Familienpflege.

© Foto: privat

Kreis Höxter (ozm) - Die Caritas-Familienpflege für den Kreis Höxter unterstützt Familien, die durch Krankheit oder persönliche Umstände in eine schwierige Lage geraten sind. Zu erreichen ist der Dienst jetzt in Notfällen (auch) über die neue Mobiltelefon-Nummer 0170 123 57 35.
Die 12 Mitarbeiterinnen der Familienpflege werden gerufen, wenn ein Elternteil erkrankt ist, die Eltern nicht mehr zurechtkommen oder Kinder unter chronischen Krankheiten leiden. Familienpflegerinnen unterstützen im Alltag und helfen so Menschen, die in Gefahr sind, durch ihre Krankheit oder ihre soziale Lage in eine Isolation zu rutschen.
Trotz der belastenden Bedingungen durch Corona hat die Familienpflege 2020 und 2021 seit dem ersten Lockdown ohne Pause durchgearbeitet. Die Fälle selbst sind jedoch im Lauf der Pandemie schlimmer geworden.
Andrea Gehrendes, die Leiterin der Caritas-Familienpflege, hat erschütternde Schicksale erlebt. So betreut die Familienpflege eine Mutter mit zwei sehr jungen Kindern. Sie kann krankheitsbedingt nicht aus dem Haus. „Die Babys sind so wenig an andere Menschen gewöhnt, dass sie anfangen zu weinen, wenn sie jemanden sehen, der nicht zur Familie gehört“, erzählt Andrea Gehrendes. Die Familienpflegerinnen haben begonnen, die Kinder mit anfänglich kürzeren, dann immer längeren Spaziergängen an andere Menschen zu gewöhnen.
In einem anderen Fall lebt ein schwerstbehindertes, beatmetes Kind zusammen mit mehreren Geschwistern in einer kleinen Wohnung. „Das Kind darf auf keinen Fall mit dem Virus infiziert werden“, sagt Andrea Gehrendes. Unter diesen Umständen ist es lebenswichtig, dass die Familienpflegerinnen die Hygieneregeln peinlich genau beachten.
Andrea Gehrendes nimmt bei den Klienten der Familienpflege wahr, dass sich ein Gefühl der Unsicherheit wegen der anhaltenden und sich sogar wieder zuspitzenden Corona-Lage breit macht. „Alles ist in der Schwebe, nichts ist sicher“, sagt sie über die Gefühlslage der Familien. In dieser Situation sind die Familienpflegerinnen oft die einzigen, die Halt geben. In der Pandemie sind sie tatsächlich so wichtig wie noch nie.

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