Behelfsrettungswache in Stahle

Stadt Höxter und Landkreis Holzminden unterzeichnen Mietvertrag

Höxter (ozm) - Die Stadt Höxter und der Landkreis Holzminden arbeiten in Zukunft noch enger zusammen. Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit richtet der Landkreis eine provisorische Rettungswache in der ehemaligen Grundschule in Höxters Ortschaft Stahle ein. Den Mietvertrag unterzeichneten am 16. Mai Höxters Bürgermeister Alexander Fischer und Holzmindens Landrätin Angela Schürzeberg.

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Unterzeichnung des Mietvertrages (v.l., vorn): Bürgermeister Alexander Fischer, Landrätin Angela Schürzeberg, (hinten) Stefan Fellmann, Thorsten Oberg und Hans-Joachim Scholz.

© Foto: privat

„Es ist als Region auch immer wichtig, in unserer Zusammenarbeit Signale wie dieses zu setzen“, betonte die Landrätin bei dem Termin.
Bereits seit vielen Jahren schon kooperieren die Rettungsdienste in Höxter und Holzminden. So werden Boffzen und Lauenförde von Höxter aus versorgt, während die primäre Rettung in Stahle schon heute aus Holzminden erfolgt.
Hintergrund der neuen Kooperation zur Einrichtung der provisorischen Wache in Stahle ist die Vollsperrung der B83 bei Steinmühle.
Im Mai letzten Jahres hatte die Hamelner Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die Bundestraße gesperrt, nachdem ein Gutachten einen massiven Steinschlag aus der teils 80 Meter hohen Felswand des an der Straße liegenden Mühlenberges für sehr wahrscheinlich erachtete. Inzwischen wird versucht, den Abschnitt für den Verkehr wieder zu sichern, die Arbeiten und auch die damit zusammenhängenden Genehmigungsverfahren können jedoch dauern.
Der Rettungsdienst hatte bereits frühzeitig erkannt, dass sich durch die Sperrung ein Problem mit den Hilfsfristen für Brevörde und Grave ergeben könnten, zunächst aber abgewartet, wie lange die Bundesstraße für den Verkehr nicht zur Verfügung steht.
Die einzuhaltende Hilfsfrist von einer Viertelstunde war von Holzminden aus nicht immer einzuhalten gewesen. Als jedoch absehbar war, dass eine einseitige Öffnung nicht ohne Weiteres von der Landesbehörde für Straßenbau und -verkehr in Hameln vorgenommen werden würde, war man auf die Suche nach entsprechenden Alternativlösungen gegangen.
Bei Suche nach einem Standort für die Wache musste jedoch auch drauf geachtet werden, dass die Ortschaften der Stadt Holzminden ebenfalls weiterhin versorgt werden. Daher kam der Landkreis auf die Stadt Höxter mit der Bitte um eine Lösung in Stahle zu.
„Wir wollen hier unbürokratisch Hilfe leisten, indem wir unsere Räumlichkeiten zur Verfügung stellen“ begründete Höxters Bürgermeister Alexander Fischer die Kooperation.
Die Grundschule in Stahle wurde 2015 geschlossen. Das Schulgebäude steht seither leer. Daher kommt die neue Nutzung auch der Stadt Höxter entgegen.
Innerhalb der nächsten zwei bis drei Monaten soll ein Klassenzimmer für die Bedürfnisse der Rettungsdienstes hergerichtet werden. Neben einem Büroarbeitsplatz entstehen zwei Ruheräume, eine Küchenzeile und ein Aufenthaltsbereich für die Mitarbeiter. Vor einem vorhandenen Überdach wird ein Tor angebracht, um einen Unterstand für den Rettungswagen zu bilden.
Hans-Joachim Scholz, Allgemeiner Vertreter der Landrätin und Dezernent für Eigenbetriebe, bedankte sich auch bei den Stahlern, die der geplanten Maßnahme im Ortsauschuss große Zustimmung gezeigt hatten. Im April hatte er sie gemeinsam mit Thorsten Oberg, Leiter des Eigenbetriebs Rettungsdienst in Holzminden dort vorgestellt.
Auch für die Bewohner von Stahle ist die Stationierung von Vorteil. Zukünftig werden sie im Notfall noch schneller versorgt werden können.