Standortsuche für Atommüllendlager

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© Grafik: Landkreis Holzminden

Holzminden (ozm) - Seit letztem Jahr ist auch der Landkreis Holzminden in die „engere Wahl“ für ein Atommüllendlager in Deutschland gekommen. Konkret heißt das zunächst, dass der Landkreis geologisch gesehen wie etwas mehr als die Hälfte des gesamten Bundesgebietes für solch ein Lager in Frage kommt. Was das genau bedeutet und welche Ergebnisse es bei der weiteren Eingrenzung gibt, darüber wollen die vier im REK Weserbergland-plus zusammengeschlossenen Landkreise Holzminden, Hameln-Pyrmont, Schaumburg und Nienburg gemeinsam informieren. „Wir sind froh, dass wir künftig offen und transparent über die Endlagersuche berichten können“, erklärt Landrat Michael Schünemann dazu, „das REK ist dafür ein effizientes und sinnvolles Instrument:“
Bis 2031 soll in Deutschland ein Endlagerstandort gefunden werden, der die Vermächtnisse der Kernenergienutzung für eine Million Jahre sicher verwahrt. Im „Zwischenbericht Teilgebiete“ der Bundesgesellschaft für Endlagerung gelten derzeit 54 Prozent der bundesweiten Fläche als geeignet. Dieser erste Schritt des langwierigen Verfahrens konzentriert sich nicht auf die Gegebenheiten an der Erdoberfläche, sondern angesichts der geplanten, mehrere hundert Meter tiefen Lagerung im Untergrund auf die Geologie.
Durch die Ausweisung der sogenannten „Teilgebiete“ ist auch der Landkreis Holzminden mit seinen Nachbarkreisen in die Standortauswahl für ein atomares Endlager gekommen.
Ziel des nächsten Schritts im bundesweiten Standortauswahlverfahren ist die weitere Eingrenzung des Suchraums von Teilgebieten zu „Standortregionen“, die zunächst oberirdisch genauer untersucht werden sollen. Die Kreisverwaltung Holzminden verfolgt die einzelnen Verfahrensschritte des Standortauswahlverfahrens genau.
Darüber hinaus kooperiert der Landkreis Holzminden mit den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Schaumburg und Nienburg/Weser, die gemeinsam seit mehr als 15 Jahren die Regionale Entwicklungskooperation Weserbergland-plus (REK) bilden. Die vier Landkreise sind mit ähnlichen Teilgebieten betroffen und arbeiten nun gemeinsam an einem regional zugeschnittenen Informationsgebot für die Öffentlichkeit. Vom Land Niedersachsen wird das finanziell unterstützt.
Die vier kooperierenden Landkreise haben das Fachbüro OECOS GmbH beauftragt, die Ergebnisse des Zwischenberichtes zur Standortauswahl aufzubereiten und die regionale Betroffenheit in einem Informationsbericht sowie durch anschauliche Karten aufzuzeigen. Ein Schwerpunkt liegt in einer allgemeinverständlichen Zusammenfassung, die einen Überblick über das Verfahren und seine Bedeutung für die Region verschaffen soll.
Der Ergebnisbericht soll bis November 2021 veröffentlicht werden. Zudem wird der aktuelle Stand des Auswahlverfahrens auch auf einer Informationsplattform auf der Webseite der REK Weserberglandplus übersichtlich dargestellt werden. Mit allen diesen Informationen wollen die vier Landkreise der regionalen Öffentlichkeit helfen, sich leichter zu informieren und in das Auswahlverfahren einzubringen.
Koordinatorin für das gesamte Thema bei der Kreisverwaltung Holzminden ist die Regionalplanerin Jessica Schubert. Regionale Neuigkeiten wird der Landkreis Holzminden über die Internetseite www.landkreis-holzminden.de/endlagersuche und über Pressemitteilungen bekannt geben. Weitere, bundesweite Informationen zur Standortsuche bietet die Internetseite der Bundesgesellschaft für Endlagerung www.bge.de/de/endlagersuche.

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