Starke Premiere, mit Leidenschaft inszeniert

Von Marc Otto
Bökendorf - Um die Frage aller Fragen dreht sich das Erwachsenenstück der Freilichtbühne Bökendorf, welches vor kurzem seine Premiere zelebrierte: Vor vollem Hause wurde sich das Ja-Wort gegeben - und nicht nur einmal. Nein, eine ganze Reihe von Eheschlüssen und Liebesschwüren erlebten die Zuschauer, denn „Eine Hochzeit zum Verlieben“ folgt dem Hochzeitssänger Robbie Hart, gespielt von Jonas Fromme, und der Kellnerin Julia Sullivan, verkörpert durch Sarah Fromme.

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© Foto: Otto

Robbie hat zunächst allerdings Pech mit der Liebe. Er wird am Traualtar von seiner Verlobten Linda verlassen, und zwar per Brief. Dies stürzt den jungen Musiker zunächst in eine kleine Krise - und sorgt dafür, dass der Auftritt auf der nächsten Hochzeit ein wenig bissiger rüberkommt als erwartet. Kellnerin Julia hadert indes mit ihrem Herzblatt Glenn. Glenn hat viel Kohle, aber wenig Herzenswärme. Ob das was wird? Die Wege von Robbie und Julia kreuzen sich jedenfalls noch des Öfteren, und während Julia dem Hochzeitssänger unter anderem aus einer Mülltonne heraushelfen muss und Robbie die Kellnerin zum Hochzeits-Shopping begleiten darf, wird rasch klar, zwischen wem die Chemie viel eher stimmen würde.


„Eine Hochzeit zum Verlieben“ ist ein waschechtes Musical, und Freunde der Freilichtbühne wissen, mit Musicals können sie hier schon lang nichts mehr falsch machen: Die Akteure tanzen und singen, ob im Solo oder in großer Choreographie. Sie inszenieren riesige Massenszenen und füllen die Bühne mit vielen kleinen Mosaiksteinchen, die zusammen ein schillerndes, buntes Bild ergeben. Die Dialoge sind schnell und voller Wortwitz, den Spaß an jeder einzelnen Rolle merkt man sowohl den Hauptakteuren wie auch den Herrschaften ohne Sprechrollen an. Stets lohnt es sich für den Zuschauer, das gesamte Ensemble im Blick zu behalten. Im Hintergrund spielt sich nämlich auch gern mal so manches kleine Drama und der eine oder andere Scherz ab. Über 60 Mann sorgten für fortwährende Action und Unterhaltung.
Bemerkenswert auch der „Umkleide-Marathon“: Immerhin galt es, eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Hochzeiten (und eine Bar Mitzwa) auf die Bühne zu bringen, und da stellte sich die „Was zieh´ ich nur an?“-Frage sicherlich durchaus des Öfteren. Jede Feierlichkeit brachte ihre eigene Farbpalette mit - und dazu gesellten sich Kostümwechsel für weitere Szenen, mal in Alltagskleidung beim Einkaufsbummel oder auch in Glitzerkleidern beim „Samstag Nacht in der City“. So mancher Zuschauer fragte sich, nachdem der metaphorische Vorhang gefallen war, wie es wohl hinter den Kulissen zugegangen sein mag. Ein feines Detail, sicherlich mit viel Organisationstalent gemeistert. Am Ende des Stückes ernteten die Akteure ihren wohlverdienten Applaus mit Standing Ovations.
Noch 15 Male wird „Eine Hochzeit zum Verlieben“ auf der Freilichtbühne Bökendorf aufgeführt werden, mit dem nächsten Termin am 7. Juli um 20 Uhr. Die letzte Gelegenheit, die liebenswerten Charaktere auf ihrer Suche nach dem Herzensglück zu erleben, findet am Samstag, 8. September, um 20 Uhr statt. Nicht zu vergessen ist natürlich das Kinderstück „Eine Woche voller Samstage“, welches bereits Premiere feiern durfte und noch bis einschließlich 9. September für tolle Stimmung bei großen und kleinen Besuchern sorgen wird.
Weitere Informationen erhalten Interessierte im Internet unter www.freilichtbuehne-boekendorf.de.

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