BUND überreicht Altmaier auf Konferenz "Müll-Manifest"

Strategien im Kampf gegen Vermüllung der Meere

Berlin (AFP) - Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft haben sich auf einer internationalen Konferenz in Berlin auf Strategien gegen die Vermüllung der europäischen Meere verständigt. "Müllteppiche unvorstellbaren Ausmaßes auf den Ozeanen" seien eine ernste Bedrohung, erklärte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU). Umweltschützer verlangten eine Reduzierung von Einwegprodukten aus Plastik.
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Experten sprechen über Vermüllung der Meere in Berlin © AFP

Auf Einladung des Bundesumweltministeriums, des Umweltbundesamts und der EU-Kommission diskutierten rund 200 Experten aus aller Welt drei Tage lang Wege zu einem besseren Schutz der Meere. Anlass war der Beschluss der Teilnehmerstaaten der UN-Konferenz Rio+20 zur nachhaltigen Entwicklung vom vergangenen Juni, den Müll auf den Weltmeeren bis zum Jahr 2025 deutlich zu reduzieren. Nach Angaben des Bundesumweltamtes landen derzeit jährlich etwa 6,4 Millionen Tonnen Plastikabfälle im Meer.

Zu den Vereinbarungen der Konferenz gehört unter anderem, die Vermüllung der Meere bei der geplanten Überarbeitung der EU-Abfallgesetzgebung zu berücksichtigen. Zudem wollen die Teilnehmer Ziele zur drastischen Reduzierung besonders problematischer Plastikabfälle entwickeln - hierzu gehören vor allem Plastiktüten und winzige Plastikkügelchen, die zum Beispiel in Peelingprodukten und Duschgels enthalten sind.

Vertreter des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Mitglieder internationaler Umweltorganisationen überreichten Altmaier auf der Konferenz ein "Müll-Manifest". Darin forderten sie Maßnahmen, um den Müll in Nord- und Ostsee bis 2020 zu halbieren und bis 2035 auf Null zu senken.

Die bisherige Politik der Regierung zur Müllvermeidung werde dem Problem der zunehmenden Meeresverschmutzung nicht gerecht, kritisierte die BUND-Meeresschutzexpertin Nadja Ziebarth. So dürfe sich die Regierung einer Abgabe auf Plastiktüten nicht länger verweigern. An der Nordseeküste würden inzwischen im Schnitt alle hundert Meter mehr als 700 Müllteile gefunden. Plastiktüten, Verpackungen und Einwegprodukte gelangen vor allem über die Flüsse in die Meere und an die Küsten.

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