Der Ausstand werde mit Beginn der Nachtschicht beendet, sagte GdF-Chef Schäfer. Bereits am Donnerstagvormittag wolle die Gewerkschaft neue Gespräche mit Fraport aufnehmen. Der Streik werde bis zu einem möglichen Ergebnis der weiteren Gespräche mit dem Flughafenbetreiber ruhen oder bis zum Abbruch der Verhandlungen durch eine Tarifpartei.
Fraport hatte der Gewerkschaft zuvor ein schriftliches Gesprächsangebot übermittelt. "Wir haben den Inhalt geprüft und Fraport daraufhin unsere Bereitschaft mitgeteilt, Gespräche aufzunehmen", sagte Schäfer.
Fraport begrüßte die Annahme des Gesprächsangebots. Am Mittwoch ab 22 Uhr solle der reguläre Schichtbetrieb wieder aufgenommen werden, teilte der Konzern mit. Es sei erfreulich, "dass im Sinne der Passagiere, Fluggesellschaften und unserer Mitarbeiter nun wieder nach Lösungen am Verhandlungstisch gesucht wird", erklärte der Fraport-Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte. Die Gespräche mit der GdF würden ab Donnerstag auf Vorstandsebene "ohne Vorbedingungen" stattfinden.
Am Frankfurter Flughafen hatten die rund 200 Vorfeldmitarbeiter am Donnerstag vergangener Woche erstmals die Arbeit niedergelegt. Seitdem herrschte Funkstille zwischen Gewerkschaft und Betreibergesellschaft.
Fraport-Chef Schulte bekräftigte, dass der Konzern die bisherigen Forderungen der Gewerkschaft für überzogen halte. Angaben des Unternehmens zufolge fordert die GdF Lohnerhöhungen, höhere Zulagen und eine Verringerung der Arbeitszeit, die zusammengerechnet Steigerungen der Bruttobezüge von teils mehr als 70 Prozent entsprächen. Die Gewerkschaft hingegen spricht von Forderungen zwischen drei und 30 Prozent über die Laufzeit von vier Jahren. Einen vorliegenden Schlichterspruch wollte Fraport bislang nicht annehmen.
Das von den Tarifverhandlungen betroffene Vorfeldpersonal ist eine kleine Berufsgruppe, die jedoch eine zentrale Rolle am Flughafen einnimmt. Sie weist Flugzeugen ihre Parkpositionen zu oder lotst sie dorthin. In den vergangenen Tagen war es Fraport gelungen, rund 80 Prozent des geplanten Flugbetriebs aufrechtzuerhalten.
Unterdessen mehren sich angesichts der Streiks der kleinen Mitarbeitergruppe Stimmen, die sogenannte Tarifeinheit in Unternehmen wiederherzustellen. Dabei handelt es sich um den Grundsatz, dass in Firmen in der Regel nur ein Tarifvertrag gelten soll. Dieser Grundsatz war 2010 aufgegeben worden, nachdem er in Beschlüssen des Bundesarbeitsgerichtes für unvereinbar mit Gesetz und Verfassung befunden worden war.
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