Verhandlungen in Potsdam überraschend fortgesetzt

Tarifeinigung bei Bund und Kommunen erneut gefährdet

Potsdam (AFP) - Im Tarifstreit des Bunds und der Kommunen ist eine mögliche Einigung wieder gefährdet. Aus der Verdi-Bundestarifkommission hieß es in Potsdam, bei der schriftlichen Ausarbeitung eines neuen Arbeitgeberangebots seien gegenüber einem bereits ausgehandelten Kompromiss Differenzen aufgetreten. Nach mehr als 30-stündigem Verhandlungsmarathon zog sich die Spitzenverhandlungsgruppe um Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Verdi-Bundeschef Frank Bsirske überraschend zu neuen Gesprächen zurück, nachdem Journalisten bereits zu Statements zusammengerufen worden waren.
Verdi-Chef Bsirske und Innenminister Friedrich Bild anzeigen
Verdi-Chef Bsirske und Innenminister Friedrich © AFP

Ein Verdi-Sprecher kündigte eine neuerliche bis zu zweistündige Verhandlungsrunde an, ehe die Bundestarifkommissionen der Gewerkschaften des öffentlichen Diensts über die Vorlage befinden könnten. Nach Verdi-Angaben soll in den nächsten Stunden "so oder so" eine Entscheidung fallen. Bei einem Scheitern der dritten Runde der Tarifverhandlungen für Bund und Kommunen drohen nach Ostern eine Urabstimmung und Streiks.

Die Gewerkschaften des öffentlichen Diensts fordern 6,5 Prozent, mindestens jedoch monatlich 200 Euro mehr Gehalt für eine Laufzeit von zwölf Monaten. Die soziale Komponente des Sockelbetrags würde vor allem unteren Einkommensgruppen zugute kommen. Das letzte offizielle Arbeitgeberangebot sieht stufenweise Tarifanhebungen um insgesamt 3,3 Prozent binnen zwei Jahren vor. Die Arbeitgeber besserten zwar nach, lehnen die Sozialkomponente in geforderter Höhe aber ab.

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