Hansestadt erarbeitet Maßnahmenkatalog

"Task Force" fürs Energie sparen

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Bürgermeister Tobias Scherf (Mitte) mit dem ersten Beigeordneten Andreas Niggemeyer, und (v.l.) Lisa Schicker, Malin Schöttler und Viktoria Baacke von der "Task Force".

© Foto: Sürder

Warburg (wrs) - Die Energiekrise bescchäftigt in Deutschland Bürger und Politik. Das macht auch vor der Hansestadt Warburg nicht Halt. Bei einem Pressegespräch stellen Bürgermeister Tobias Scherf, der erste Beigeordente Andreas Niggemeyer und einige Mitglieder der zuletzt gegründeten „Task Force Energie“ umfangreiche Maßnahmen vor, die den Energieverbauch senken sollen. Der „Task Force“ gehören neben dem Bürgermeister und dem ersten Beigeordneten Mitarbeiter der verschiedenen Fachbereiche der Veraltung und der Stadtwerke an.
Nach der gesetzlichen Verordnung mit den sperrigen Namen „Kurzfristenenergiesicherungsverordnung“ gelten schon einige Vorgaben, die bereits umgesetzt wurden. Gemeinschaftsflächen, die nicht dem dauerhaften Aufenthalt von Personen dienen, werden nicht mehr beheizt. In öffentlichen Gebäuden liegen die Höchstwerte für die Lufttemperatur bei 12 bis 19 Grad, je nach Tätigkeit. Ausgenommen hiervon sind medizinische Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten. Die Stadt Warburg hat zudem das PZ und die Stadthalle als Ort für kulturelle Veranstaltungen ausgenommen. Hier soll die Höchsttemperatur bei 21 Grad liegen, genauso wie in Schulen. Die Ausschaltung dezentraler Trinkwassererwärmungsanlagen, die zum Händewaschen dienen, wurde ebenfalls umgesetzt. Ausgenommen hiervon sind medizinische Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten. Die Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden wurde ausgeschaltet, es sei denn, es handelt sich um Sicherheits- oder Notbeleuchtung oder sie dient zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit oder der Abwehr von Gefahren.
Die „Task Force“ hat zudem einen umfangreichen Katalog an weiteren Maßnahmen erarbeitet, die geplant oder bereits umgesetzt sind. Eine mögliche Schließung der Verwaltung vom 23. Dezember 2022 bis 6. Januar 2023. Dabei soll aber keinesfalls der Dienstbetrieb leiden, ein Notbetrieb bleibt bestehen. Neben der Festsetzung von Höchsttemperaturen in städtischen Gebäuden soll auch in Turnhallen die Temperatur auf 15 Grad gesenkt werden, zudem soll das Warmwasser abgestellt werden. Diese Maßnahmen sollen aber nach den Herbstferien mit den Schulen abgestimmt werden. Soweit möglich, soll eine Nachtabsenkung der Heizungsanlagen in allen Objekten stattfinden. Das Hallenbad soll weiter geöffnet bleiben, allerdings mit abgesenkten Temperaturen: 27,5 Grad im Schwimmerbecken, 30 Grad im Lehrschwimmbecken. Über die Dimmung der Straßenbeleuchtung zu bestimmten Zeiten oder den Überprüfung des Energieverbrauchs der Weihnachtsbeleuchtung wird noch debattiert, denn das Einsparpotenzial ist relativ gering. Sowohl Staßen- als auch Weihnachtsbeleuchtung sind schon auf LED-Technik umgestellt worden.
Die Stadtwerke haben in Zusammenarbeit mit der Liegenschaftsabteilung der Verwaltung eine Erneuerung und Ergänzung der MSR-Technik (Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik) im Heizkraftwerk und in den vom Heizkraftwerk versorgten Gebäuden durchgeführt. Durch die Erneuerung und Ergänzung ist es möglich, die Energieflüsse bis in die einzelnen Heizkreise der Gebäude hinein zu erfassen und zu regeln. In den Heizzentralen der einzelnen Gebäude wurden zudem die alten Umwälzpumpen durch Hocheffizienzpumpen ersetzt. Das erwartete Einsparpotential liegt bei etwa 30 Prozent.
Zahlreiche weitere Maßnahmen sind in Planung oder Umsetzung. „Die Maßnahmen sind von dem Willen getragen, die Stadt und die Verwaltung sicher und gut durch diese Krise zu bringen“, sagte Bürgermeister Tobias Scherf. Das öffentliche Leben solle gut weiterlaufen, gerade auch für Kinder und Jugendliche. Der Normalbetrieb der Schulen müsse gewährleistet werden, betonte Scherf. Andreas Niggemeyer bat für die zahlreichen Maßnahmen um das Verständis der Bürger. „Das wird ein Dauerthema werden, auch im privaten Bereich.“ Die Vorgabe der Verordnungen ist, 20 Prozent Energie einzusparen. „Wir hoffen, das zu erreichen“, sagte N iggemeyer. „Wir stehen zwar vor enormen Herausforderungen, wollen aber keine Angst verbreiten“, sagte Scherf weiter. Er sehe die Situation ähnlich wie die Corona-Pandemie. Erst werde zurückgefarhen, aber irgendwann geht es auch zurück zur Normalität.

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