Begonnen hatte der Protesttag am Morgen mit ökumenischen Friedensgebeten, Podiumsdiskussionen und Mahnwachen. Der vom Bündnis "Dresden Nazifrei" organisierte Protestzug führte anschließend durch die Dresdner Innenstadt, unter anderem vorbei an der Synagoge.
Parallel dazu versammelten sich laut Polizei rund 1500 Menschen zu einer weiteren Demonstration unter dem Motto "Mut, Respekt und Toleranz - Dresden bekennt Farbe", zu der ein breites Bündnis aus Politik, Wirtschaft, Kirchen und anderen gesellschaftlichen Gruppen aufgerufen hatte. Die Dresdner waren aufgefordert, farbige Kleidung zu tragen und Fenster, Zäune und Autoantennen mit bunten Bändern zu schmücken.
Es gehe nicht nur darum zu zeigen, dass in Dresden kein Platz für Nazis sei, erklärte Franziska Radtke, Sprecherin des "Nazifrei"-Bündnisses. Vielmehr gehe es darum, "einen antifaschistischen Grundkonsens im Alltag zu etablieren". Das Bündnis wandte sich zugleich gegen die "Kriminalisierung" von Blockierern, die sich in den vergangenen Jahren den Rechtsextremen entgegenstellten. Wegen ihrer Teilnahme an Blockaden in Dresden sind auch mehrere Linkspolitiker aus Sachsen, Thüringen und Hessen sowie zwei Bundestagsabgeordnete der Partei ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten.
Bereits am vergangenen Montag waren in Dresden zum Jahrestag der Bombardierung der Stadt vor 67 Jahren rund 1600 Rechte aufmarschiert. Tausende Gegendemonstranten hatten sich an den friedlichen Protesten beteiligt. Durch Blockaden gelang es erneut, den Aufmarsch der Rechten zu verkürzen. Seit Jahren versuchen Rechtsextreme, den Gedenktag für ihre Propaganda zu missbrauchen. In den vergangenen Jahren war es zu teils schweren Auseinandersetzungen zwischen Rechten, Linken und der Polizei gekommen.
Nach Polizeiangaben verliefen die Veranstaltungen bis zum Nachmittag friedlich. Die Polizei war mit einem Großaufgebot von rund 1600 Beamten im Einsatz.
Noch keine Kommentare vorhanden