Reaktion auf Mordserie des Thüringer Neonazi-Trios

Tausende bei Konzert gegen rechte Gewalt in Jena

Erfurt (AFP) - Gesicht zeigen gegen Neonazis: Mit einem Open-Air-Konzert in Jena hat Thüringen ein Zeichen gegen den Neonazi-Terror gesetzt. Zum Auftakt der Veranstaltung unter anderem mit Udo Lindenberg, Peter Maffay und der Rockband Silly kamen nach Polizeiangaben mehr als 20.000 Menschen. Im Laufe des Tages wird mit weiter steigenden Zuschauerzahlen gerechnet. Die Initiative für das Konzert gegen Rechts entstand nach der Mordserie des Neonazi-Trios, das ursprünglich aus Jena stammt.
Udo Lindenberg in Jena Bild anzeigen
Udo Lindenberg in Jena © AFP

Die in Haft sitzende Beate Zschäpe sowie ihre Anfang November tot aufgefundenen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt waren 1998 untergetaucht, nachdem die Polizei in einer von ihnen angemieteten Garage in Jena Sprengstoff gefunden hatte. Das Trio soll für die Morde an neun Migranten und einer Polizistin verantwortlich sein sowie zwei Sprengstoffanschläge und mindestens 14 Banküberfälle begangen haben.

Durch das Neonazi-Trio war auch die Stadt Jena in die Schlagzeilen geraten. Das Konzert sieht Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD) daher nicht nur als wichtiges Signal gegen den rechten Terror und für Toleranz, sondern auch als "Anerkennung" für das jahrelange Engagement der Bürger gegen Rechtsextremismus.

Zuletzt hatten die Neonazis im sächsischen Zwickau gewohnt. Neben Zschäpe sitzen inzwischen drei weitere Beschuldigte in Untersuchungshaft, die das Trio unterstützt haben sollen.

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