Überdachung für Herrenhaus-Ruine

Trockene Häupter mit Energiegewinn

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Ein erster Träger wurde bereits installiert. (V.l.) Architekt Willi Predak, Angela Webering vom Förderverein Wasserschloss Wülmersen, Manfred Schaub, Planungs- und Betriebs- GmbH und Christine Wibke, Klimaschutzbeauftragte des Landkreises.

© Foto: Seidenstücker

Von Inge Seidenstücker


Wülmersen – Das Wasserschloss Wülmersen hat sich bereits seit vielen Jahren zu einem Kleinod im Diemeltal gemausert. Neben Übernachtungsmöglichkeiten, Räumen für Feierlichkeiten, LandMuseum mit Café sowie als Außenstelle des Trendelburger Standesamtes, findet regelmäßig in den Sommermonaten in der Ruine des Herrenhauses ein vielfältiges Kulturprogramm statt. Da die Bedachung fehlt, wurden hier zunächst Open Air-Veranstaltungen durchgeführt, bevor man eine temporäre Zeltdachkonstruktion installierte. Diese schützte zwar vor Regen, war jedoch sehr teuer und nicht immer hielt sie was sie versprach und Feuchtigkeit drang ein. Mit der Zeit wirkte sich dies auf das historische Mauerwerk und das darunterliegende Gewölbe negativ aus, sodass eine permanente Lösung dringend erforderlich wurde.
Nun bekommt die Herrenhausruine aus dem 14. Jahrhundert endlich ein schützendes Dach. Es wird eine Konstruktion mit Glas-Photovoltaik-Elementen installiert. Eine 30 bis 40-prozentige Lichtdurchlässigkeit wird für ein schönes Licht sorgen und gleichzeitig wird Strom für die Energieversorgung des Wasserschlosses gewonnen. Natürlich wurden dabei auch die Aspekte des Denkmalschutzes berücksichtigt. „Der Blick auf das historische Gemäuer wird durch die Transparenz des Daches nicht abgelenkt“, betonte Architekt Willi Predak.

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Die Herrenhausruine im Wasserschloss Wülmersen.

 

© Foto: Seidenstücker

„Es war uns ein besonderes Anliegen, die Ruine so vor dem Verfall zu schützen, dass sie auch gut für Veranstaltungen genutzt werden kann“, freute sich auch Landrat Uwe Schmidt.
Insgesamt kostet die Maßnahme 160.000 Euro für den Eigenbetrieb des Landkreises Kassel. 89.474 Euro Fördermittel steuert die Dorf- und Regionalentwicklung Hessen bei. Die Kosten für die Stahlkonstruktion übernimmt der Eigenbetrieb und die Planungs- und Betriebs GmbH des Landkreises baut und betreibt das Glas-Photovoltaik-Dach.

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Schon bald wird das Herrenhaus wieder ein Dach haben.

© Foto: Seidenstücker

„Das ist eine sehr gelungene Kooperation“, freut sich auch Betriebsleiter Uwe Pietsch, „denn alleine hätte der Eigenbetrieb diese Investition nicht stemmen können und beim Zustand der Ruine haben wir mittlerweile dringenden Handlungsbedarf.“ So laufen parallel zum Dachbau umfangreiche Sanierungsmaßnahmen im Mauerwerk und den Gewölbekellern. Der Zugang ist für Besucher bereits seit einiger Zeit gesperrt. Auch hier werden nochmals 60.000 Euro aufgewendet, die von der Denkmalpflege des Landes mit 15.000 Euro bezuschusst werden. Bis zum nächsten Frühjahr sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein. Dann kann das Herrenhaus noch vielfältiger und immer trockenen Hauptes genutzt werden. Zudem kann man das Herrenhaus künftig auch für private Feiern mieten.

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