US-Präsident wiederholt Vorwürfe des Massenbetrugs bei Wahl

Trump deutet erstmals Wahlsieg Bidens an - und nimmt Aussage wieder zurück

Washington (AFP) - US-Präsident Donald Trump hat im Kurzbotschaftendienst Twitter erstmals einen Sieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl angedeutet - und dann seine Aussage schnell wieder zurückgenommen. "Er hat gewonnen, weil die Wahl manipuliert war", schrieb Trump am Sonntag. Kurz darauf verfasste er einen weiteren Tweet: "Er hat nur in den Augen der Lügenpresse gewonnen. Ich gebe gar nichts zu! Wir haben noch einen weiten Weg vor uns", schrieb er.
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Donald Trump im Weißen Haus © AFP

Mehrere Medien hatten Trumps vorangegangene Nachricht als mögliches Eingeständnis seiner Niederlage verstanden. Am Freitag hatte Trump in einem Nebensatz bereits ein Einlenken im Streit um den Wahlausgang angedeutet. Die "Zukunft" werde zeigen, wer das Land künftig regiere, sagte er vor Journalisten im Rosengarten des Weißen Hauses. Der Präsident räumte damit zwar weiterhin nicht seine Wahlniederlage ein. Er nahm aber nicht wie mehrfach zuvor einen Wahlsieg für sich in Anspruch.

In seinem ersten Tweet sprach Trump auch von einem angeblichen Massenbetrug bei der Wahl. Bei der Auszählung seien keine Wahlbeobachter erlaubt gewesen und die Stimmen seien von einem Privatunternehmen der "radikalen Linken" ausgezählt worden, schrieb er.

Seit dem Ende der Wahl hatte Trump den Demokraten immer wieder vorgeworfen, Stimmen "gestohlen" zu haben und rechtliche Schritte angekündigt, ohne Beweise dafür vorzulegen. Mehrere seiner Nachrichten wurden von Twitter als "umstrittene" Informationen markiert.

Zehntausende Trump-Anhänger hatten sich am Samstag in Washington versammelt, um seine Aussagen zu unterstützen. Am Abend kam es zu Zusammenstößen mit Gegendemonstranten. Berichten zufolge wurden mindestens 20 Menschen festgenommen, unter anderem wegen des Missbrauchs von Schusswaffen und des Angriffs auf einen Polizisten.

Trumps ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater John Bolton sagte dem TV-Sender CNN am Sonntag, dass es "keine Beweise" für einen Wahlbetrug gebe. "Donald Trump hat verloren, durch eine freie und gültige Wahl", fügte Bolton hinzu.

Der frühere Vizepräsident Biden war am Samstag vor einer Woche von mehreren US-Sendern zum Wahlsieger ausgerufen worden. Den Auszählungen zufolge kommt Biden auf 306 der landesweit 538 Wahlleute, für einen Wahlsieg brauchte er 270.

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