US-Präsident zu viertägigem Staatsbesuch in Tokio eingetroffen

Trump fordert fairere Handelsbeziehungen mit Japan

Tokio (AFP) - US-Präsident Donald Trump hat zum Auftakt eines viertägigen Staatsbesuchs in Japan fairere Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern gefordert. Japan habe jahrelang einen "substanziellen Vorteil" genossen, sagte Trump am Samstag vor Managern in Tokio. Nach Abschluss eines Handelsabkommens würden die Handelsbeziehungen "ein bisschen fairer".
US-Präsident Trump und seine Frau Melania in Tokio Bild anzeigen
US-Präsident Trump und seine Frau Melania in Tokio © AFP

Im vergangenen September hatten die USA und Japan sich auf Verhandlungen über eine Neuordnung der Handelsbeziehungen geeinigt. Der US-Präsident hatte wiederholt das "sehr große Defizit" seines Landes im Handel mit Japan angeprangert. Trumps Androhung von Strafzöllen auf Auto-Importe, die auch japanische Hersteller treffen würden, belasten die eigentlich engen Beziehungen der beiden Länder.

Beobachter vermuten, dass Ministerpräsident Shinzo Abe Trump den roten Teppich ausrollen wird, um Japan als das Land darzustellen, das den USA von allen Ländern, die mit Washington in Handelsstreitigkeiten verwickelt sind, am wohlgesonnensten ist. Wegen der anstehenden Oberhauswahlen in Japan sind jedoch kaum konkrete Fortschritte zu erwarten. Auch die USA, die sich in einem erbitterten Handelsstreit mit China befinden, dürften kaum zu Zugeständnissen bereit sein.

Abe war erst kürzlich bei Trump in Washington zu Besuch. Ende Juni wird der US-Präsident zudem erneut nach Japan reisen, um am G20-Gipfel in Osaka teilzunehmen. Japanischen und US-Regierungskreisen zufolge ist die Beziehung zwischen Trump und seinem "Golf-Kumpel" Abe "beispiellos". Auch während des Staatsbesuchs werden die beiden eine Runde Golf spielen.

Die beiden Politiker werden zudem über den Atomkonflikt mit Nordkorea sprechen. Der US-Präsident wird auch einen US-Militärstützpunkt besuchen und damit das Militärbündnis der beiden Nationen hervorheben. Die Spannungen im Atomstreit mit Pjöngjang haben seit dem Scheitern des Gipfels von Hanoi im Februar zugenommen.

Nordkorea hatte im Juni 2018 grundsätzlich in eine Denuklearisierung seines Landes eingewilligt. Konkrete Schritte wurden damals aber nicht vereinbart. Der zweite Gipfel in Hanoi wurde dann ergebnislos abgebrochen. Zuletzt hatte Nordkorea mehrere Waffentests vorgenommen.

Wenige Stunden vor Trumps Landung in Japan hatte der Nationale Sicherheitsberater John Bolton erklärt, es gebe "keinen Zweifel", dass die jüngsten Raketentests in Pjöngjang gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstießen. Washington sei aber weiterhin zu Gesprächen bereit.

Am Montag wird Trump vom neuen japanischen Kaiser Naruhito empfangen, der nach der Abdankung seines Vaters Akihito Anfang Mai den Chrysanthemen-Thron bestiegen hatte. Trump sagte vor seiner Abreise über seinen Empfang beim neuen Kaiser, er sei damit ein "Ehrengast" beim "größten Ereignis", das es seit mehr als 200 Jahren in Japan gegeben habe.

Am Sonntag wird Trump zudem das Finale eines Sumo-Turniers besuchen. Trumps Aufenthalt in der Sumo-Halle ist für seine japanischen Gastgeber ein logistischer Alptraum: Kopfzerbrechen bereitete ihnen etwa die Frage, wo der US-Präsident sitzen soll, und wie er geschützt werden kann, wenn die Zuschauer nach einer Niederlage des Sumo-Großmeisters ihre Sitzkissen in den Ring werfen. Zudem soll Trump dem Sieger den bis zu 32 Kilogramm schweren Pokal überreichen.

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder