Verspätete Reaktion des US-Präsidenten auf Rücktritt zweier Mitarbeiter

Trump verurteilt häusliche Gewalt

Washington (AFP) - Mit einer Verurteilung häuslicher Gewalt hat US-Präsident Donald Trump auf den Skandal um den Rücktritt zweier Mitarbeiter reagiert - allerdings erst mit starker Verzögerung. "Ich bin total gegen häusliche Gewalt, und jeder hier weiß das", sagte ein sichtlich genervter Präsident am Mittwoch vor Journalisten im Weißen Haus.
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US-Präsident Trump verurteilt häusliche Gewalt © AFP

Trumps Stabssekretär Rob Porter sowie der Redenschreiber David Sorensen hatten in der vergangenen Woche nach Gewaltvorwürfen ihrer früheren Ehefrauen zurücktreten müssen. Der Präsident reagierte darauf am Samstag zunächst, indem er einen unfairen Umgang mit derart beschuldigten Mitarbeitern beklagte. "Das Leben von Menschen wird zertrümmert durch eine bloße Anschuldigung", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Es gebe "keine Erholung für jemanden, der fälschlicherweise beschuldigt wurde - das Leben und die Karriere sind dahin", kritisierte Trump. "Gibt es so etwas wie Rechtsstaatlichkeit nicht mehr?", fragte er. Diese erste direkte Stellungnahme des Präsidenten löste Kritik aus, weil er kein Wort für die Opfer von häuslicher Gewalt fand.

Mit seiner jetzigen Verurteilung reagierte Trump auf diese Kritik. Es hätte "fast nicht gesagt werden müssen", dass er gegen häusliche Gewalt sei, sagte er den Reportern im Oval Office. Er fügte hinzu: "Jetzt hört Ihr das also, aber Ihr alle wisst das."

Der Skandal wurde auch dadurch angeheizt, dass das Weiße Haus wechselnde Angaben dazu machte, wann dortige hohe Mitarbeiter erstmals von den Gewaltvorwürfen gegen Porter erfahren hatten.

Die Anschuldigungen seiner beiden Ex-Frauen waren Gegenstand seiner Sicherheitsüberprüfung durch die Bundespolizei FBI gewesen, die Voraussetzung für den Umgang mit geheimen Regierungsdokumenten ist. Porter bekam nur eine provisorische Freigabe für seinen Job, wurde aber dennoch mit der Verwaltung geheimer Regierungsdokumente betraut. Die oppositionellen Demokraten kritisieren, durch die Gewaltvorwürfe sei der 40-Jährige erpressbar gewesen.

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