Schiff soll iranische Waffen für Syrien an Bord haben

Türkei durchsucht deutschen Frachter "Atlantic Cruiser"

Ankara (AFP) - Das deutsche Frachtschiff "Atlantic Cruiser" ist in den türkischen Mittelmeerhafen Iskenderun eingelaufen, um nach einer angeblichen Waffenlieferung für Syrien durchsucht zu werden. Der Frachter habe bisher im Golf von Iskenderun vor Anker gelegen und werde nun im Hafen einer genauen Durchsuchung unterzogen, meldete die Nachrichtenagentur Anadolu. Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte die Angaben.
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"Atlantic Cruiser" soll Waffen an Bord haben © AFP

Die türkischen Behörden hätten dem Schiff die Erlaubnis erteilt, Iskenderun anzulaufen, erklärte das Ministerium. Dort solle die Fracht des Schiffes durch die zuständigen türkischen Behörden untersucht werden. Ein türkischer Diplomat sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Schiff werde "unverzüglich" durchsucht. "Wir haben Informationen erhalten, wonach das Schiff Waffen und Munition für Syrien geladen hat", sagte der Diplomat.

Die "Atlantic Cruiser" war von ihrer Emdener Reederei Bockstiegel am Freitag gestoppt worden, nachdem diese von einer syrischen Oppositionsgruppe eine E-Mail erhalten hatte, wonach das Schiff schwere Waffen und Munition aus dem Iran für Syrien an Bord habe. Am Montag erklärte die Reederei, den Frachtunterlagen zufolge handele es sich bei der für Syrien bestimmten Ladung um Bauteile eines Thermalkraftwerks von einem indischen Hersteller.

Nach Angaben der Reederei Bockstiegel ist das Schiff von einer ukrainischen Firma gechartert und wurde in der südindischen Küstenstadt Mumbai beladen. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte, vorrangiges Ziel sei zunächst die umfassende Klärung des Sachverhalts. Erst anschließend sei die "rechtliche Bewertung des Vorgangs" insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Verletzung der gegen Syrien und Iran verhängten Ein- und Ausfuhrverbote möglich.

Die Türkei war lange Zeit ein enger Verbündeter Syriens. Wegen des gewaltsamem Vorgehens der syrischen Regierung gegen die Protestbewegung distanzierte sich Ankara aber vergangenes Jahr von Damaskus und verhängte Sanktionen. Dazu gehört auch die Kontrolle aller Waffenlieferungen nach Syrien über sein Staatsgebiet.

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