Umfragen sehen Senator Sanders und Ex-Vizepräsident Biden vorn

US-Demokraten starten mit Vorwahl in Iowa ins Wahljahr 2020

Des Moines (AFP) - Startschuss ins US-Wahljahr 2020: Bei der ersten Präsidentschaftsvorwahl der US-Demokraten hat sich am Montag im Bundesstaat Iowa ein Zweikampf zwischen dem linksgerichteten Senator Bernie Sanders und dem früheren Vizepräsidenten Joe Biden abgezeichnet. Der 78-jährige Linkspolitiker Sanders lag im Umfrageschnitt mit rund 24 Prozent einige Punkte vor dem 77-jährigen Mitte-Politiker Biden und konnte in einigen Umfragen seinen Vorsprung sogar noch ausbauen.
Anhänger von Bernie Sanders Bild anzeigen
Anhänger von Bernie Sanders © AFP

Es folgten laut dem Online-Portal "RealClearPolitics" der erst 38-jährige Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg, die Senatorin Elizabeth Warren und, mit etwas größerem Abstand, die Senatorin Amy Klobuchar, der Unternehmer Andrew Yang und der Milliardär Tom Steyer. Allerdings waren bis zuletzt viele demokratische Wähler unentschlossen, wem sie ihre Stimme geben sollten.

Die Kandidaten warben deswegen noch am Montag um die Stimmen der Wähler - und erklärten sich zum besten Herausforderer von US-Präsident Donald Trump. Biden sagte im Sender NBC, er habe die größte Erfahrung von allen Kandidaten - und die breiteste Unterstützung in unterschiedlichen Wählergruppen.

Buttigieg, wie Biden ein Vertreter der politischen Mitte, betonte dagegen im Sender CNN, er stehe für einen neuen Aufbruch. "Um zu gewinnen, müssen wir vor allem ein neues Kapitel aufschlagen." Insgesamt gibt es bei den Demokraten elf Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur.

Die Vorwahl in Iowa sollte um 19.00 Uhr (Ortszeit; Dienstag 02.00 MEZ) beginnen, zur Wahl aufgerufen waren rund 600.000 Parteimitglieder der Demokraten. Beim sogenannten Caucus in Iowa geben die Wähler keine Stimmzettel ab. Sie kommen vielmehr an knapp 1700 Orten wie Schulen, Gemeindesälen und Sporthallen zusammen und stellen sich eine Ecke, die mit dem Namen ihres Kandidaten markiert ist. Abgestimmt wird in zwei Runden, die Versammlungen laufen häufig chaotisch ab.

Die Wähler in Iowa entscheiden nur über 41 der 3979 Delegierten, die letztlich den demokratischen Präsidentschaftskandidaten wählen werden. Weil die Vorwahlen aber traditionell in Iowa beginnen, kommt dem ländlichen Bundesstaat im Mittleren Westen mit nur knapp 3,2 Millionen Einwohnern ein großes Gewicht zu: Ein guter Start in Iowa kann die Aussichten eines Bewerbers auf die Präsidentschaftskandidatur befeuern - ein schlechtes Abschneiden ist nur schwer wieder wettzumachen.

Die Vorwahlen der Demokraten laufen bis Anfang Juni. Der Präsidentschaftskandidat wird dann im Juli bei einem Parteitag in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin bestimmt. Er wird Trump bei der Präsidentschaftswahl am 3. November herausfordern.

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