Tauber für Debatte über weitere Anpassungen

Union will weiter kein Adoptionsrecht für Homo-Paare

Berlin (AFP) - Die Angleichung der Rechte für schwule und lesbische Paare soll laut CDU nicht für das Adoptionsrecht gelten. "Die CDU hat sich entschieden, hier keine Veränderungen vorzunehmen", sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber. Zuvor hatte die Bundesregierung weitere Rechte für Homosexuelle auf den Weg gebracht. Am Freitag hatte sich eine große Mehrheit der Iren für eine vollständige Gleichstellung ausgesprochen - auch bei Adoptionen.
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Union: Kein Adoptionsrecht für Homosexuelle © AFP

An der Frage der Adoptionen dokumentiere sich der größte bestehende Unterschied zwischen Ehe und eingetragener Partnerschaft, sagte Tauber weiter. "Wir haben - bis auf die Adoption - eine Gleichstellung in nahezu allen Bereichen. Das ist auch gut so", sagte Tauber.

Der CDU-Generalsekretär betonte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, für ihn stehe "außer Frage, dass in einer festen gleichgeschlechtlichen Beziehung Werte gelebt werden, die auch Grundlage für eine gelungene Ehe sind - Verantwortung füreinander, in guten und in schlechten Zeiten, Rücksicht und Fürsorge". Er wies darauf hin, dass es in Deutschland über 19 Millionen Ehen und 35.000 eingetragene Partnerschaften gebe. Das zeige "eine gewisse Verhältnismäßigkeit", die in der Diskussion "auch eine Rolle spielen" müsse. Dennoch sei es "gut, wenn man auch weiter darüber redet und schaut, wo es Möglichkeiten und Notwendigkeiten für Änderungen gibt".

Das Bundeskabinett hatte zuvor den Weg für zusätzliche Rechte schwuler und lesbischer Paare frei gemacht. Gebilligt wurde ein Entwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), der unter anderem Erleichterungen für homosexuelle Paare vorsieht, die im Ausland eine Partnerschaft auf Lebenszeit eingehen wollen. Zudem wird in dem neuen Gesetz unter anderem geregelt, dass Asylbewerber nicht mehr länger in einer Aufnahmeeinrichtung bleiben müssen, wenn sie durch eine Partnerschaft ein Aufenthaltsrecht erhalten.

Die SPD setzt sich wie die Opposition für eine komplette Gleichstellung ein. Die gibt es unter anderem im Adoptionsrecht weiterhin nicht. Zwar kann ein Partner das leibliche Kind seines Lebenspartners adoptieren, zudem gibt es die Sukzessivadoption: Das von einem Partner bereits adoptierte Kind kann im Nachgang auch der andere Partner adoptieren. Was aber fehlt, ist die Möglichkeit der gemeinsamen Adoption eines Kindes.

Die Iren hatten am vergangenen Freitag über eine Verfassungsänderung abgestimmt, wonach Ehen künftig unabhängig vom Geschlecht geschlossen werden dürfen. 62 Prozent der Wähler sagten Ja. Ministerpräsident Enda Kenny hatte wie alle großen Parteien für die Homo-Ehe geworben, während die katholische Kirche dagegen Sturm lief. Mehrere Skandale um Kindesmissbrauch haben den Einfluss der einst in Irland übermächtigen Institution jedoch schwinden lassen.

Der Vatikan reagierte mit scharfer Kritik auf die Entscheidung in Irland. "Ich denke, man kann nicht nur von einer Niederlage für die christlichen Werte, sondern von einer Niederlage für die Menschheit sprechen", sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin italienischen Medienberichten zufolge. Eine am Mittwoch veröffentlichte Meinungsumfrage besagt, dass mittlerweile 51 Prozent der Italiener die Homo-Ehe befürworten.

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