Vereinbarungen zur Planung von Radwegen unterzeichnet

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Haben gemeinsam die Radwegevereinbarungen auf den Weg gebracht: v. l. Ralf Schaper (Kämmerer Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf), Jürgen Meier (Bauamtsleiter SG Eschershausen-Stadtoldendorf), Helmut Affelt (Bürgermeister Stadtoldendorf), Landrat Michael Schünemann, Kreisbaurat Ralf Buberti, Markus Brockmann (Leiter Niedersächsische Landesbehörde Straßenbau und Verkehr Hameln), Swen Standke (Planfeststellungsbehörde Landkreis Holzminden) und Hans-Dieter Steenbock (Bürgermeister Lenne).

© Foto: Peter Drews/Landkreis Holzminden

Holzminden (ozm) - Das Thema Radverkehr ist so aktuell wie nie und steht derzeit mit ganz oben auf der Agenda sowohl des Landes als auch bei den Kommunen. Zum einen nutzen immer mehr Menschen das Fahrrad für ihren Weg zur Arbeit, zum anderen soll das Radfahren besonders außerhalb geschlossener Ortschaften sicherer gemacht werden. Doch noch immer gibt es Lücken im Radwegenetz. Zwei große Lücken sollen nun möglichst gemeinsam geschlossen werden. Der Landkreis Holzminden hat entsprechende Vereinbarungen mit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und den beteiligten Kommunen für die Planung von Radwegen von Stadtoldendorf sowohl nach Wangelnstedt als auch nach Lenne unterzeichnet.
Die geplanten Zweirichtungsradwege an den Landesstraßen 546 und 583 sollen vor allem die Verkehrssicherheit erhöhen und insbesondere dem Alltagsverkehr von und nach Stadtoldendorf dienen. Über Stadtoldendorf und Wangelnstedt führt aber auch die Deutschland-Route 3. Sie ist Teil des Europa-Radweges R1 und der Eurovelo-Route 2. Überdies gibt es seit einigen Jahren auch noch den Radweg Deutsche Einheit (von Bonn nach Berlin). Dieser durchquert ebenfalls zwischen Stadtoldendorf und Wangelnstedt den Landkreis. Mit Hilfe der neuen Wege soll auch die Qualität der bereits bestehenden touristischen Angebote erhöht werden.
Durch die Planungskooperation von Landkreis, Landesstraßenbaubehörde und den Kommunen sollen die Lücken entlang der beiden Landesstraßen möglichst rasch geschlossen werden. Im Radwegekonzept des Landes befindet sich die Maßnahme zwischen Stadtoldendorf und Wangelnstedt im „vordringlichen Bedarf“. Daher kann nach der planrechtlichen Sicherung der Bau des straßenbegleitenden Radweges zeitnah durch das Land Niedersachsen erfolgen. Die Kosten für Planung und Bau werden durch das Land getragen.
Ebenfalls zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse soll im weiteren Verlauf der Landesstraße 583 von der Einmündung der Landesstraße 546 bis zum südlichen Ortseingang von Lenne ein Radweg realisiert werden. Diese Maßnahme befindet sich im Radwegekonzept allerdings im „weiteren Bedarf“. Verkehrsminister Bernd Althusmann hat jedoch in dieser Sache entschieden, dass der Radwegeabschnitt von kommunaler Seite geplant werden kann. Von der Landesbehörde ist beabsichtigt, die bauliche Umsetzung gemeinsam mit dem Radweg zwischen Stadtoldendorf und Wangelnstedt vorzunehmen.
Der Bau des Radweges hat für die Gemeinde Lenne schon seit langem einen hohen Stellenwert. Auf der Wunschliste der Bürgerinnen und Bürger stand ein solcher Neubau ganz oben. Lennes Ortsbürgermeister Hans-Dieter Steenbock hat deshalb jahrzehntelang für den Bau des Radweges gekämpft. „Ich freue mich sehr, dass mit diesem interkommunalen Projekt der dringend erforderliche Radweg geschaffen werden soll. Dieses Teilstück ist eine bedeutsame Verbindung im gesamten Radwegenetz“, so Hans-Dieter Steenbock, dessen Einsatz am Ende seines kommunalpolitischen Wirkens nunmehr Früchte trägt.
Der Unterzeichnung der Planungsvereinbarungen sei ein Kraftakt aller Beteiligten vorausgegangen, versichert Landrat Michael Schünemann. „Umso erfreulicher ist es, dass wir nun diesen Meilenstein erreicht haben und jetzt die Planungen vorangetrieben werden können“, sagt Schünemann zum Abschluss der Vereinbarungen und ergänzt: „Gemeinsam mit allen Beteiligten planen wir die Radverkehrsanlagen, damit sichere Wegeverbindungen entstehen und die bestehende Radverkehrsinfrastruktur sinnvoll verknüpft wird." Die Kommunen freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit mit der Niederlassung der Landesbehörde in Hameln.
Um die Entwicklung des überörtlichen Alltags- und Freizeitverkehrs im Landkreis zukünftig noch zielstrebiger vorantreiben zu können, soll demnächst ein regionales Radverkehrskonzept erstellt werden. Ziel des Konzeptes ist es, Wege zur Förderung des Radverkehrs auf allen Ebenen aufzuzeigen und das Rad als taugliches Fortbewegungsmittel neben dem Automobil und dem öffentlichen Personennahverkehr in den Köpfen der Menschen zu verankern.
Für den Landkreis sei eine moderne Verkehrspolitik der beste Klimaschutz, unterstreicht Landrat Schünemann, deshalb stärke der Landkreis das Fahrrad als klimafreundliches Verkehrsmittel für eine bessere und saubere Mobilität. „Wenn wir wollen, dass Menschen für ihre Alltagswege auf das Fahrrad steigen und damit die Straßen und das Klima entlasten, dann brauchen wir sichere Radwege, die eine möglichst direkte, zügige Fahrt zulassen“, so Schünemann. Die alternativen Angebote müssten so attraktiv sein, dass das Auto gerne mal stehengelassen und freiwillig ein Mobilitätsmix gewählt würde, der gesund und klimaschonend sei.

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