Christo und Jeanne-Claude lassen grüßen

Verhüllter Michaelsbrunnen

Von Peter Vössing
Beverungen – Zuletzt war der mit Stoffbahnen verhüllte Triumphbogen in Paris eine international beachtete Attraktion. Dabei wurden die Planungen der verstorbenen Künstler Christo und Jeanne-Claude, das Bauwerk mit Stoffbahnen zu bedecken, vom Mitarbeiterteam vollendet. In Beverungen wurde jetzt eine ähnliche Aktion durchgeführt.

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Verhüllungsaktion auf dem Beverunger Kellerplatz durch Gymnasiasten: (v.l.) Schulleiter Benedikt Marpert, Viola Warkentin, Milena Wörner, Charlotte Winkelhahn und Fachlehrer Christoph Reichardt.

© Foto: Vössing

Erwischt hatte es dort den Michaelsbrunnen vor dem Rathaus. Viola Warkentin, Milena Wörner und Charlotte Winkelhahn vom Beverunger Gymnasium hatten diese Aktion im Rahmen des Schülerwettbewerbs „Begegnung mit Osteuropa“ in den Fachbereichen Kunst, Deutsch und Geschichte durchgeführt. Zuletzt war das Beverunger Gymnasium in dieser Wettbewerbsreihe immer wieder erfolgreich.
Die fleißigen Zehntklässler, die dieses Projekt unter der Betreuung von Lehrer Christoph Reichardt durchführten, hatten eine Menge Vorarbeiten zu leisten. Neben der fachlichen Auseinandersetzung mit den beiden Künstlern und deren Lebenswerk – schließlich hatten sie auch schon den Berliner Reichstag verhüllt – musste ein geeignetes Bauwerk ausgesucht und die gesamten Vorarbeiten wie Erstellung von Skizzen und Dokumentationen durchgeführt werden.

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Behutsam wurde die Skulptur von (v.l.) Viola Warkentin, Milena Wörner und Charlotte Winkelhehn verhüllt.

© Foto: Vössing


Christos und Jeanne-Claudes Botschaft „Enthüllung durch verbergen“ wurde bestens durch die Bedeckung des Michaelsbrunnen erreicht. „Der Sieg von Gut (Erzengel Michael) über Böse (Drachen) wurde eindrucksvoll herausgestellt. Ähnliches hatten Christo und Jeanne-Claude damals getan, als sie mit der Verhüllung des Reichstags das Aufeinandertreffen von Ost und West in Berlin verdeutlichten“, erklärte Charlotte Winkelhahn und bemerkte, dass man extra auch die Stofffarben (dunkel für den Drachen und hell für den Michael) ausgewählt habe.
Im Laufe des Projekts wurden die drei Schülerinnen immer wieder mit den Problemen, die bei einem solchen Vorhaben auftauchen, konfrontiert. So musste der Brunnen inklusive Skulptur exakt ausgemessen und dementsprechend die Stoffe zugeschnitten werden. Zum Glück war bei der Verhüllungsaktion kein Wasser im Brunnen.
Unterstützung erhielten die Künstlerinnen durch die heimische Möbelfirma Decker, die großzügig Stoff in ausreichender Menge zur Verfügung stellte. Natürlich wurde das Vorhaben im Vorfeld mit der Stadt Beverungen und dem Corporationsstammtisch „Beverungia“ (der seinerzeit den Brunnen errichtete) abgestimmt.

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